“Posthumane Zombielovestory bleibt blass“
Inhalt:
Alley, volljährig und ausgestattet mit einer mehr als vorlauten Klappe, lebt in einem bescheidenen Ort in Iowa. Eins steht jedoch fest, sie will sofort nach der Schule von dort weg und in einer Großstadt studieren, denn ihren Alltag will Ally nicht ewig damit verbringen, über andere ab zu lästern und fiese Berichte für die Schülerzeitung im Netz zu tippen. Doch dann kommt alles ganz anders, als sie Doug, den Zombie kennenlernt, denn die posthumane Szene hat sich vor ein paar Jahren geoutet, wodurch Vampire zum Statussymbol für junge Frauen mutierten. Aber kann solch eine Liebe wirklich halten? Zwischen Mensch und Zombies? Und was macht Ally mit ihren Zukunftsplänen, sie einfach über Bord werfen? Teenager sein ist manchmal wirklich alles andere als einfach, merkt Ally …
Meinung:
Der kitschige Titel “I kissed a Zombie and I liked ist” passt perfekt zu dem Buch und widerspiegelt eigentlich auch den gesamten Inhalt, denn es handelt sich um eine recht oberflächige kurze Liebesstory zwischen Ally und Doug, dem Zombie. Im Grunde geschieht inhaltlich nicht besonders viel, da es mehr um Allys Ansichten und ihre Gefühle zu Doug geht, denn zuvor ist Ally eine bekennende “Eisprinzessin”, die weder etwas von Machosprüchen, noch von posthumanen Beziehungen hält. Sie hat einfach eine große Klappe und versprüht Gift wo es nur geht, nicht selten indem sie fiese Berichte für ihre online Redaktion tippt. Das interessante hierbei ist jedoch, dass sich posthumane Wesen wie Werwölfe, Vampire oder auch Zombies vor längerer Zeit geoutet haben und irgendwie von der Bevölkerung anerkannt werden. Dadurch lernt Ally auch erst den Zombie Doug kennen, da er, wenn auch nur bedingt, unheimlich gut singen kann. So blendend wie Gefühle nun einmal sind, merkt Ally erst recht spät, dass sie mit einem Zombie ausgeht, denn das schreit geradezu nach allerlei von Problemen …
Auch wenn die Liebesgeschichte oberflächig ist, kann sie recht lustig und unterhaltend sein. Ally ist zwar eine Hauptprotagonistin, die teils recht anstrengend ist, aber dennoch war der Roman “I kissed a Zombie and I liked it” recht unterhaltsam. Allerdings muss ich hier auch deutlich betonen, dass es damit dann aber auch schon gewesen ist, denn die Spannung ist mittelmäßig, die Charaktere flach und im Bezug auf die Hauptprotagonistin einfach zu überspitzt. Dazu kommt einfach ungemein viel Unfug, der selbst in einer fiktiven Geschichte mir zu viel wurde. Ich finde es beispielsweise unglaublich unlogisch, dass Ally nicht sofort erkennt, das Doug kein Goth, sondern ein Zombie ist. Außerdem kann ich mir keineswegs vorstellen, dass ein gräulicher Freund, der mit ungewaschenen Klamotten miefend durch die Gegend läuft irgendwie sexy sein kann, dass schafft selbst eine rosa rote Brille vor Augen kaum. Und genau deshalb gebe ich dem Buch nur knappe 3 Sterne, zwar ist die Geschichte für zwischendurch unterhaltsam, aber mann kann auch locker auf den Roman verzichten, da er so nichtssagend ist, schade eigentlich, denn Potenzial wäre mehr vorhanden gewesen.
Abgesehen davon finde ich die Ich-Perspektive von Ally und die gewählte Zeitform von Präsens auch eher schlecht als recht gewählt, denn dadurch wirkt das ganze Buch so oberflächig und voller Sarkasmus. Es soll sich zwar um eine Fantasy-Liebesgeschichte handeln, aber ich habe mich das eine oder andere Mal auf den Arm genommen gefühlt, weil alles so total banal geschrieben ist. Ich kam mir beim Lesen eher so vor, als wolle mir der Autor verdeutlichen wie blödsinnig dieser ganze “Vampir-Fantasyhype” doch sein kann. Genau deshalb liegt mir der Schreibstil von Adam Selzer weniger. Natürlich ist “I kissed a Zombie and I liked it” nur ein Jugendbuch, aber die Sprache ist wirklich verdammt einfach und man kann das Buch locker in ein paar Stunden schaffen. Ich hätte mir einfach etwas mehr Tiefgang gewünscht …
Zum Cover kann ich nur sagen, dass es, wie der Titel, perfekt zum Inhalt passt. Vollkommen überspitzt, bunt und kitschig, genau wie es das Buch selbst auch manchmal ist. Recht hübsch finde ich die Idee des Poloraids und dass dieses Foto beim Druck glänzend hervorgehoben wurde, weshalb das Taschenbuch recht schnell einem ins Auge fällt.
Fazit:
Unterhaltsam? Ja. Tiefgang? Nein. Die Story ist eine kitschige, oberflächige, aber lustige Liebesgeschichte, die man am besten unterwegs oder zwischendurch liest. Letztendlich will der Autor dem Leser wohl vermitteln sein Leben jeden Tag zu genießen, denn irgendwann wird es zu ende sein, aber die Verpackung um dieses Statement herum ist einfach zu blass. Gerne gelesen, aber eine nur kurzzeitige Lektüre.