Inhalt:
Der Student Darian führt eigentlich ein ganz normales, luxoriöses Leben. Doch als er an einem Ausflug in die Highlands teilnimmt, erfährt er von seiner Kommilitonin Mia, dass er eigentlich der Thronerbe Albanys ist, einer Parallelwelt und dass seine Familie vor etwa 25 Jahren einer Verschwörung zum Opfer gefallen war. Jetzt muss er nach Albany zurückkehren, um sein Erbe anzutreten, doch das erweist sich als schwieriger, als gedacht. Darian muss sich gegen Intrigen, Hass und Anschläge behaupten und zusätzlich um seine große Liebe und seinen Thron kämpfen.
Zur Geschichte:
"Das magische Portal" ist der erste Teil der Weltennebel-Reihe von Aileen P. Roberts, einem Pseudonym einer deutschen Autorin. Die Geschichte rund um Darian und Albany hat wirklich großes Potential, aber im ersten Teil wurde es nicht wirklich ausgenutzt. Am Anfang geht alles sehr schnell und man kann nicht wirklich eine Verbindung zu den Charakteren herstellen. Die Begegnungen zwischen Darian und Mia oder dem Zauberer Nordhalan verlaufen sehr schnell und sie werden rasch vertraut zu einander, sodass man meinen könnte, sie kennen sich schon etliche Jahre. Nach etwa 100 Seiten schlafen darian und Mia auch schon miteinander. Man hat das Gefühl, in diesem Buch sollte sehr viel passieren und deshalb wurde alles so schnell abgehandelt, um möglichst viel in das Buch reinpacken zu können. Die Handlung über das ganze Buch hinweg ist leider sehr oberflächlich, es ziehen viele jahre ins Land, aber es passiert nicht viel und wenn, dann nur immer das selbe. Darian wird entweder erpresst, wenn er auf seiner Burg ist, oder er reittet aus um zu kämpfen. Eigentlich müsste er doch schon sofort nach seiner Ernennung zum König handeln, aber es vergehen ganze sechs Jahre, bis er zur Besinnung kommt. Als hätte er es nicht eilig seinen Erpresser Fehenius zu Fall zu bringen und sein Reich mit Recht und Ordnung zu regieren.
Zur Struktur:
Die Kapitel sind wirklich sehr, sehr lang. Es macht nach einiger Zeit nicht mehr richtig Spaß zu lesen, denn man denkt nur noch daran, wann das kapitel denn endlich endet. Auf 504 Seiten sind nur 17 Kapitel verteilt. Da wünscht man sich doch irgendwann mal mehr Unterteilungen. Außerdem wären an einigen Stellen Absätze angebracht, denn mitten in einem zusammenhängenden Text sind plötzlich Tage unterschiede dazwischen, ohne einen Absatz dazwischen, das verwirrt zeitweise.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und man kann der Geschichte dennoch gut folgen. Abgesehen von einigen Wiederholungen ist der Text abwechslungsreich und hat ein großes Vokabular zu bieten.
Zu den Charakteren: Zu Darian kann man sagen, dass er wirklich sehr naiv ist. Die ganze Zeit über wird mit Nachdruck erwähnt, dass Fehenius böse ist und alles ins Chaos stürtzt. Nicht nur Mia und Nordhalan sagen dies oft genug, auch andere Charaktere, aber Darian vertraut Fehenius am Anfang trotzdem. Weiterhin ist er zu Beginn eine ganze Zeit lang handlungsunfähig, als er am Bein verletzt war und begann, den Trank zu nehmen und abhängig zu werden. Man wusste nicht genau, ob er je noch etwas tun würde. Darauf kann man eine ganze Zeit lang warten, denn als er auch noch zum Alkoholiker wird und nicht nur von dem Trank abhängig ist, mit dem Fehenius ihn erpresst, tut er auch nichts und die Handlung friert sehr ein. Die Jahre seiner Sucht werden sehr ausführlich beschrieben, was eigentlich nicht nötig wäre, denn man möchte doch lesen, wie er aus der Sucht wieder heraus findet, dass hätte man schneller abhandeln können. Auch die Sache mit dem Brief an Readonn. Darian kannte ihn und hat eine freundschaftliche Beziehung zu ihm aufgebaut, da macht man sich doch schon mehr Gedanken darüber und hegt Zweifel, wenn die Antwort auf eine hilflosen, bittenden Brief so abwertend ist. Aber nein, naiv wie Darian ist, glaubt er daran, das Readonn ihn für unwürdig hält. Weiterhin wird Darian zum Alkoholiker und nicht nur süchtig nach dem trank, der wie eine Droge ist und mit dem Fehenius ihn erpresst. Zu der Naivität kommt noch hinzu, dass Darian immer den falschen Menschen glaubt und die guten verscheucht, nur weil es nicht nach seinem Willen ginge. Dieses Benehmen erinnert an ein kleines Kind. Am liebsten würde man selbst in das Buch gehen wollen und ihm eine schallende Ohrfeige verpassen um ihn zur Vernunft zu bringen.
Zu Mia ist zu sagen, dass sie sehr oft sagt, sie ist eine Nebelhexe und nichts wert ist. Das stört schon etwas, wird aber besser als sie alle glauben lässt, sie sei tot. Und natürlich ist sie nicht die graue Maus vom Anfang, sondern eine wunderhübsche Frau, die auch noch stark ist und kämpfen und zaubern kann. Am nahenden Ende taucht sie wieder auf und erklärt, dass sie nicht tot war und das zu Darians Schutz getan hat und ihm etwas wichtiges sagen muss. Aber anstatt einfach mit der Wahrheit herauszurücken, will sie mit Darian so lange nichts zu tun haben, bis er von seiner Sucht befreit ist. Am Ende ist ihr Gejammer groß, als sie sich ärgert, dass sie das Geheimnis Darain nicht eher erzählt hat.
Fazit:
Die Geschichte hat wie gesagt großes Potential und ist auch sehr interessant. Leider wurde es ein bisschen oberflächlich verwendet und an manchen Stellen zieht sich die Geschichte wirklich hin. Mir sterben auch zu viele gute Menschen, man hat das Gefühl, dass Darian sich gar nicht gegen all die bösen Menschen behaupten kann, weil es einfach zu viele von ihnen gibt und die guten entweder gefangen, verschollen oder tot sind. Außerdem sind irgendwie alle guten Leute abgehauen, die die wirklich was bewirken könnten, wie Torgal oder Ohaman. Auch Edur war ein sehr toller Charakter, den Darian aber auch vergrault hat, wie alle anderen auch, was wirklich schade ist. Ich hoffe sehr, dass der nächste Teil besser wird, denn trotzallem hat es Spaß gemacht zu lesen. Mir hat leider die Spannung gefehlt. Am Anfang des Buches gab es diesen Teil mit der Verfolgungsjagd, da war mal ein wenig Action, aber sonst habe ich Spannung und irgendwas aufregendes vermisst. Ich würde dem Buch gerne 3 Sterne geben, aber es hat mir nicht so gut gefallen wie andere, denen ich 3 Sterne gegeben habe. Also gebe ich ihm 2 Sterne und in Gedanken noch einen dreiviertel Stern dazu.