Leser-Rezension zu „Felidae” von Akif Pirincci
am 5.10.2011
Inhalt:
Bereits als Francis mit seinem Dosenöffner in das neue Haus zieht, realisiert der Kater, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Doch das, was in den nächsten Monaten auf ihn zuskommt, übertrifft selbst seine kühnsten Erwartungen.
Ein Mörder hat es auf die Katzen des Reviers abgesehen und bringt sie auf bestialische Art und Weise um. Francis, ganz der Klugscheisser, macht sich daran, Licht ins Dunkel zu bringen. In welche dunklen Abgründe der menschlichen und der tierischen Seele er dabei blicken muss, realisiert er erst, als er schon mittendrin steckt...
Meine Meinung:
"Felidae" von Akif Pirinçci ist einer, wenn nicht der, Klassiker der Katzenliteratur. Besserwisser Francis schleicht auf Samtpfoten an die blutigen Mordfälle heran und lässt den Leser dabei einen Blick in die Welt der Katzen erhaschen.
Pirinçci erzählt seinen Krimi rasant, ruckzuck sind wir in der Geschichte drin und Ereignis folgt auf Ereignis. Der Autor schafft es mit seinem ausgefeilten Spannungsaufbau, dass der Leser von der Geschichte ergriffen wird und einen angenehmen Schauer seinen Rücken runterlaufen spürt. Leider verliert sich die Spannung gegen Ende hin ein wenig, aber dennoch bleibt man liebend gern bei der Geschite dabei.
In "Felidae" werden viele heikle und oftmals verdrängte Themen angesprochen: Tierversuche, religiöser Wahn, Grössenwahn, Rassenwahn und Irrsinn. Es wird ein vielschichtiges Diagramm einer Seele gezeigt und was Qualen aus einem Lebewesen machen können. Somit ist dieses Buch sehr vielschichtig und regt zum Nachdenken und Diskutieren an.
Wie weit darf man im Namen der Gesundheit gehen? Wie viel braucht es, um einen Gepeinigten zum Peiniger werden zu lassen?
Es ist vor allem dieser Teil des Buches, der mich fasziniert hat und vom dem die Geschichte lebt. Es ist ein Werk, das man mehrmals lesen kann, um immer wieder neue Aspekte zu finden.
An manchen Stellen ist "Felidae" ziemlich blutig, wobei sich dies meiner Ansicht nach auf Francis' Träume begrenzt. Jedoch muss man auch bei diesen Schilderungen ab und an leer schlucken. Überhaupt ist die Stimmung in diesem Werk düster und geheimnisvoll gehalten.
Dass die Protagonisten Katzen sind, passt zu dieser leicht bedrückten und unsicheren Stimmung.
Fazit:
Ein spannender, packender und grausiger Krimi, der nicht nur für Katzenfans geeignet ist. Wer vielschichtige Titel mag, sollte sich "Felidae" nicht entgehen lassen, es bietet sehr viel Stoff. Feinfühlige Zeitgenossen müssen sich jedoch darauf gefasst machen, dass es hier auch blutig zugeht.
Ansonsten hat "Felidae" alles, was ein guter Krimi braucht. Einen sympathischen Ermittler, skurrile Figuren, dunkle Ereignisse und einen Twist.
Das Lesen von Piriniçcis Buch hat mir grosse Freude bereitet. Ich habe schon viel davon gehört und fand es toll, es auch endlich zu lesen. Francis mochte ich von Beginn an und ich war sehr schnell mitten im Geschehen. Schlussendlich konnte ich sogar selbst herausfinden, wer der Mörder war.

