Worum geht es:
Als elfjähriges Mädchen hat man es definitiv nicht leicht- furchtbare, große Schwestern die einen geknebelt und gefesselt in den Schrank sperren, einen Vater der seine Briefmarken mehr liebt als seine Kinder, und eine Haushälterin, die immer nur den ekelhaften Schmandkuchen backt anstatt eines ordentlichen Stachelbeerkuchens. Aber, Gott sei Dank, hat Flavia ja ihr Chemielabor, dass ein Vorfahre der Familie de Luce hinterlassen hat. Dort kann sie ihrem liebsten Hobby, dem Gift mischen, frönen.
Ungünstig nur, dass eines morgens in ihrem Gurkenbeet ein Toter liegt, und ihr Vater kurz darauf festgenommen wird. So ganz sicher ist Flavia sich zwar nicht, das ihr Vater unschuldig ist, dennoch beginnt sie zu ermitteln. Wäre doch gelacht, wenn man das nicht herausfinden könnte!
Meine Meinung:
Dieses Kind ist einfach herrlich! Flavia erinnert mich irgendwie an eine Mini- Version von Miss Marple, Sherlock Holmes und ein Mitglied der Fünf Freunde zusammen. Dabei ist sie längst kein Sonnenschein, den alle lieben. Viel mehr ist es ihre Hartnäckigkeit, die sie bei den Menschen beliebt macht, gewürzt mit einer Prise britischem Humor und kindlicher Detektivarbeit.
Da radelt sie dann auf Gladys, ihrem Fahrrad, durch die Gegend, befragt Bibliothekarinnen, und versucht die Polizei an der Nase herumzuführen. Oftmals ist sie mit ihrer Spürnase den Ordnungshütern auch einen Schritt voraus- was sie ihnen dann natürlich auf die Nase bindet.
Das ganze wirkt irgendwie nicht gestellt, sondern total erfrischend und einfach nur witzig.
Trotzdem wurde die Spannung nicht vernachlässigt, immerhin ist es ja ein Krimi. Mir war am Anfang völlig schleierhaft, wer der Mörder war, und ich hatte jedem im Verdacht. Aber dank ihrer Kombinationsgabe, löst Flavia den Fall nach und nach, und gibt auch mir als Leser immerwieder einen Hinweis, wer es gewesen sein könnte. Im Endeffekt bin ich aber doch völlig im Dunklen getappt, und bin dann erst durch den Wink mit dem Zaunpfahl auf die Lösung gekommen.
Der Schreibstil, die allgemeine Wortwahl und der Gebrauch von Stilmitteln hat mir so unglaublich gut gefallen, und das es mir aufgefallen ist, spricht ja schon für sich: Schließlich analysiere ich die Bücher nicht beim Lesen.
Der 2. Band steht schon auf meinem Wunschzettel!