Leser-Rezension zu „Die Schönheitslinie” von Alan Hollinghurst
am 30.07.2009
Nach Erscheinen der dt. Ausgabe schrieben die Feuilletons der großen Zeitungen sehr lobende, fast hymnische Kritiken über dieses Buch (Zusammenfassung bei perlentaucher.de). Diesen Lobeshymnen kann ich mich nur anschließen: "Die Schönheitslinie" ist ein raffiniert konstruierter, leicht zu lesender, sehr anspruchsvoller Unterhaltungsroman. Es ist, wie man nach der Inhaltsangabe des Verlags erwarten könnte, kein "Schwulenroman", obwohl es einige einschlägige Sexszenen darin gibt. Der schwule Protagonist Nick ist hier viel mehr als einfach nur ein junger Mann, der zu Anfang der 80er Jahre sein Coming out hat. Er ist Kontrast- und Integrationsfigur in der so genannten feinen englischen Gesellschaft der Thatcher-Jahre. "Die Schönheitslinie" ist ein Roman über Parallelwelten, den man in dieser Art selten findet. Es war mutig, ihm den Bookerpreis zu geben - und verdient!

