Rezension verfasst vor 2 Jahren
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Was lange währt.. oder wie man auch immer zu sagen pflegt.
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Angefangen zu lesen habe ich das Buch auf englisch - das war vor ca. einem Jahr. Warum die lange Zeit? Ich kann es gar nicht mehr so genau sagen.. Es gab ständig Pausen, in denen ich andere Bücher anfing, und es waren viele Bücher, und es wurden viele Pausen. Dann habe ich das Buch auf deutsch gesehen und einen Blick drauf geworfen (da war ich ca. bei der Hälfte der englischen Ausgabe)... Festgestellt habe ich, das es viele Sätze gab, die im englischen einfach ihrer Wirkung beraubt wurden (für mich, der ja dann doch nicht 100prozentig der Sprache mächtig ist). Bei anderen Büchern mag das nicht so schlimm sein, hier jedoch schien es mir so..
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Schlussendlich landete nun die deutsche Ausgabe in meinem Regal, und es gab wieder viele Bücher, und es gab wieder viele Pausen. Warum kann ich immer noch nicht sagen.
Ich las nochmal schrittweise, bis ich an den Punkt kam, an dem ich im englischen gekommen bin. Danach ging alles schneller, zumindest setzte ich mich selbst unter Druck und die nächsten 100 Seiten verflogen innerhalb von 3 Tagen, trotz anderer Bücher.. und trotz Pausen.
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Was aber nun zum Inhalt des Buches?
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Das Buch handelt von der Stadt Oran, einer Küstenstadt in Algerien. Wie der Titel des Buches verrät geht es um die Pest, jene, wie man sie noch aus mitteralterlichen Erzählungen her zu kennen glaubt.
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Albert Camus setzt die Szenerie neu um, diesmal allerdings nicht in einer mittelalterlichen Erzählung, sondern in unsere Zeit - und seine Heimat: Algerien. Langsam und schleichend setzt die Seuche sich in der Stadt Oran fest und führt die Stadt in die Abgeschiedenheit und die Isolation eines riesigen Gefängnisses, dessen Tore in die Außenwelt sich für jeden Insassen verschließen. Hilflos und vom plötzlichen Überfall der Krankheit noch völlig betäubt macht sich die Stadt langsam der Tatsache bewusst, das sie machtlos ist gegenüber dieser Epidemie. Es wird der Mensch in seiner vollkommenen und wehrlosen Auslieferung gegenüber einem Feind beschrieben, den er nicht besiegen kann.
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Wie lebt man in solch einer Situation? Was fühlt man?
Automatisch werden dem Leser Fragen vor Augen geführt, dessen Bedeutung man erst in dieser Isolation zu kennen glaubt, dessen Antwort man sich aber nie bewusst wird.
Sei es die Sinnfrage der menschlichen Existenz, die Frage nach Glauben und Gerechtigkeit, nach dem was wichtig ist und dem, was wichtiger sein sollte.
Alles wird mit fortlaufender und detaillierter Beschreibung der Entwicklungen der Pest ausgebreitet.
Hauptprotagonist ist dabei der Arzt Dr.Rieux, welcher den Leser durch seine Erlebnisse jedem Schritt der Epidemie näher bringt.
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Fazit:
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Es gibt viele Schlussgedanken, die man dem Werk entnehmen kann. Aber alle Philosophien, die man daraus ziehen kann, sind wohl vom Leser abhängig - und das ist ein Pluspunkt des Buches. Es drängt einem keine Haltung auf, da man mit der Haltung vieler konfrontiert wird, welche jeweils sehr unterschiedlich ausfallen. Mit wem man sich identifiziert, und ob überhaupt, sei jedem selbst überlassen. Ich jedenfalls habe in manchen Sätzen mehr gelesen, als in manchen Büchern geschrieben steht - und das ist ein gutes Zeichen.
Ich würde es nicht unter meinen absoluten Favoriten aufzählen, und ich würde auch keinen für eine geringere Bewertung als meine diffamieren. Ich sage lediglich, es ist seine 5 Punkte wert - und das ich mir mit dem Lesen Zeit gelassen habe, sagt nichts über die Qualität des Buches aus.
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