Leser-Rezension zu „Pandora im Kongo” von Albert Sánchez Piñol

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Nexus Nexus
Verfasst von Nexus
am 23.07.2009
 

Der junge englische Autor Thomas Thomson verdient sich um das Jahr 1914 einen kläglichen Lebensunterhalt damit, dass er im Auftrag des populären englischen Autors Dr. Flag wöchentlich erscheinende Groschenromane schreibt. Durch eine Verkettung von Zufällen lernt er den Anwalt Edward Norton kennen, der ihm einen neuen Auftrag in Aussicht stellt. Er soll die Geschichte des unschuldig im Todestrakt einsitzenden Zigeuners Marcus Garvey aufschreiben – als letztes Mittel um in einem eigentlich aussichtslosen Fall dessen Unschuld zu beweisen. Denn die Beweislage steht eindeutig gegen Marcus.
Tommy nimmt den Auftrag an und in regelmäßigen Gesprächen erzählt Marcus seine Geschichte.
Als Diener der zwei Söhne des Herzog Carver brach Marcus in den Dschungel des Kongo auf, wo die beiden ihr Glück suchen wollten. Zurück kam jedoch nur Marcus – als einziger Überlebender; im Gepäck zwei faustgroße Diamanten. Wieder in der englischen Heimat wird er sofort verhaftet und des Mordes beschuldigt.
Tommy wird der Chronist der Ereignisse zwischen Marcus´ Ankunft im Kongo und seiner Rückkehr aus dem Dschungel.

Selten hat es ein Buch geschafft, meine Meinung auf den letzten fünfzig Seiten so radikal zu ändern, wie es bei Albert Sanchez Pinols „Pandora im Kongo“ der Fall war.
Bis kurz vor Schluss der Geschichte hielt ich das Buch für eine mäßig spannende Dschungelgeschichte mit leichtem Mystery-Einschlag, die irgendwie fast schon Pulp-Charakter hatte. Nach dem grandiosen Vorgänger „Im Rausch der Stille“ war ich ehrlich gesagt sogar ziemlich enttäuscht.
Der Autor erzählt auf einer Ebene aus der Sicht von Tommy in Form eines Rückblickes von den Gesprächen mit Marcus und Tommys Erlebnissen während dieser Zeit. Auf der anderen Ebene wird die eigentliche Geschichte um Marcus´ Erlebnisse im Kongo beschrieben – so wie sie auch in dem Buch, das Tommy schreibt, stehen würde.
Wie schon gesagt fand ich die Geschichte eher nicht so spannend – das Thema war interessant, aber man hätte mehr daraus machen können. Bis zum Finale, nach dessen Genuss ich meinen Hut vor dem Autor ziehe. Was für eine schön angelegte und gut durchdachte Geschichte! Bevor ich jetzt noch versehentlich etwas wichtiges preisgebe schließe ich mit dem Fazit, dass es sich auf jeden Fall lohnt, dieses Buch zu lesen. Und sich vor allem nicht abschrecken zu lassen! Ein schönes Leseerlebnis und so gänzlich anders als der Vorgänger.

Auf einer der letzten Seiten stellt Edward Norton Tommy eine zentrale Frage – die ich mir selbst auch stellen musste. Und sie ließ mich ebenso ratlos zurück wie Tommy...

 

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Pandora im Kongo Pandora im Kongo
Albert Sánchez Piñol

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Pandora im Kongo
von Albert Sánchez Piñol

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