Rezension verfasst vor 1 Jahr
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Dieses Buch ist wie eine Schatzkiste, eine Truhe, gefüllt mit Büchern, mit Leseerfahrungen. In gut ausgewählten Sinneinheiten gibt Manguel einen Überblick über die Geschichte des Lesens und weiß dabei selbst ganz genau, dass er nur eine Auswahl geben kann. Seine Auswahl hat's aber in sich. Er teilt sein Buch in zwei Haupteinheiten: zum einen: "Akte des Lesens". Hier finden sich Kapitel wie "Die stillen Leser", "Lesen lernen", "Vorlesen" oder "Einsames Lesen." Zum zweiten: "Die Macht des Lesers". Dazu gehören etwa: "Der symbolische Leser", "Lesen hinter Mauern", "Bücher stehlen" oder "Der Autor als Leser."
Manguels Stil ist, auch in der brillanten deutschen Übersetzung, geschliffen. Elegant verbindet er Anekdoten, eigene Erfahrungen, Historisches, Philosophisches. Allein seine Bildbeschreibungen könnten Heerscharen von Schülern (und Lehrern!!!) als Paradebeispiele dafür dienen, wie so etwas macht, etwa jene eines Fotos von 1929, das eine lesende, alte Dame im berühmten Hospital (Altenheim) im burgundischen Beaune zeigt. Der gebürtige Argentinier Manguel selbst war in seiner Jugend übrigens Vorleser des erblindeten Literaturstars Jorge Luis Borges, zu dessen Bewunderern und Denkmalsetzern auch Umberto Eco gehört.
Für alle leidenschaftlichen Leser ist dieses Buch ein Hochgenuss, ganz besonders, wenn man es zur Hand nimmt, nachdem man zuvor vielleicht ein paar eher enttäuschende Bücher gelesen hat. Manguel führt auf jeder Seite vor Augen, welch kostbares Geschenk es ist, lesen zu können.
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