Leser-Rezension zu „Schöne neue Welt” von Aldous Huxley
am 15.10.2009
"Oh Wunder, was gibt es für herrliche Geschöpfe hier. Wie schön der Mensch ist! Schöne neue Welt, die solche Bürger trägt!"
632 nach Ford (2540 gemäß unserer Zeitrechnung) ist die Welt nicht mit unsrer jetzigen vergleichbar. Menschen werden in Flaschen herangezüchtet und anschließend entkorkt. Dabei werden einige verdutzendfacht und künstlich verdummt; die Epsilons. Diese, die Deltas und die Gammas sind der "Oberschicht" den Alphas und Betas zu Diensten und verrichten niedrige Arbeiten. Individualismus existiert so gut wie nicht mehr, alle Menschen sind zufrieden und hinterfragen ihre Position nicht. Diese Befriedigung beruht auf freiem Sex und der Droge Soma.
In seinem Roman beschreibt Aldous Huxley eine "perfekte" Welt in der niemand hungern muss, Krankheiten erleidet oder sich vor Verbrechen fürchten muss; der Preis hierfür ist allerdings Freiheit, Gefühle und freier Willen. Diese "Entmenschlichung" ist sehr anschaulich und detailgenau beschrieben.
Der Autor selbst verstand sein 1932 erschienenes und damals noch sehr utopisches Buch als Anklage und Satire. Heutzutage ist es bereits eine spannende Gesellschaftskritik, deren Inhalt so abwegig gar nicht mehr ist.
Die Lektüre regt zum Nachdenken an und beschäftigt auch nach dem Lesen noch. Dies schätze ich an einem Buch besonders.
Einziges Manko war für mich die teilweise anstrengende Sprache.

