Rezension verfasst vor 1 Jahr
(13)
Vor 3 Tagen habe ich mit dem Lesen dieses Buches begonnen und jetzt habe ich es schon fertig. Es war so einfach zu lesen, so entspannend, so realistisch, dass ich einfach nicht aus den Händen legen konnte.
Lelle ist 15 Jahre alt und in der Pubertät. Ihre ältere Schwester Cotsch ist super in der Schule und viel hübscher als Lelle. Das behauptet Lelle zumindest. Lelle hört immer wieder, dass sie Mutters Lieblingskind sei, ist aber auch genervt, dass sie sich ständig anhören muss, sie sei zu dünn. Mutter macht sich Sorgen. Dazu kommt, dass Cotsch denkt, niemand habe sie lieb und immer drehe sich alles um Lelle. Und dann ist da noch der Vater, den nichts interessiert und der "emotional verkümmert" ist. Lelle ist der ruhige Punkt in der Familie und versucht immer alles wieder hinzubiegen. Doch dann ist Cotsch verschwunden und ausgerechnet Arthur, der nebenan wohnt und von den Eltern für einen Stricher gehalten wird, hilft Lelle beim Suchen.
Aus der Ich-Perpektive erzählt, dreht sich in Lelle's Kopf alles um das, was 15 Jährige nunmal interessiert. Immer wieder verbindet sie ihr eigenes Leben mit Geschichten, die sie in der "Mädchen" gelesen hat und malt sich die wildesten Szenen aus. Magersüchtig, von den Eltern genervt und einfach nur von Arthur hingerissen, weiß sie nicht so richtig, wo ihr Platz ist. Immer bekommt sie mit, wie sich die Eltern streiten und Cotsch ausflippt.
Unglaublich gut geschriebens Buch, das einem vermittelt, Lelle wäre die beste Freundin, die einem grade real von zuhause erzählt.
Gestört hat mich allerdings, dass 95% der Dialoge in dem Buch aus Sätzen bestehen, die mit ausrufezeichen und Fragezeichen enden. Das ist unpassend. Das vermittelt den Eindruck, dass die Charaktere nur rumschreien. So zum Beispiel Lelle: "Ich bringe dich noch zur Tür!" und Arthur antwortet: "Danke!". In manchen Situationen angebracht, in anderen wieder völlig fehlplatziert.
Trotzdem ein gutes Buch, dass auch für Jugendliche ab 14 geeignet ist, da sich viele wohl mit Lelle und ihren Gedanken identifizieren können.
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