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Vor 9 Monaten
(7)"Das goldene Buch" wie die junge Alexandra aus Polen den Quelle-Katalog nennt, führt das 6jährige Mädchen in eine Welt, von der sie nie dachte, dass sie existiert und in die sie unbedingt möchte. Auch ihre Eltern können sich 1989 mit dem Gedanken anfreunden, in die BRD einzuwandern und das sozialistische Polen zu verlassen.
Alexandra Tobor beschreibt in ihrem Buch "Sitzen vier Polen im Auto" aus Sicht der nun 8jährigen Alexandra die Reise nach Deutschland, die Anstrengungen und die Lebensbedingungen in den Wohnungen für Einreisende und die ungewohnten Lebensgewohnheiten der Westdeutschen. Das dies alles ganz anders ist, als in Polen, wird der jungen Protagonistin sehr schnell deutlich. Liebevoll kindlich-naiv beschreibt die Autorin die neuen Eindrücken, die auf das junge Kind einwirken. Sei es der Laden ALDI, der so viele Wurstsorten hat, dass die Mutter ohnmächtig wird oder die vielen glitzernden HARIBO-Tüten. Neben den Lebensgewohnheiten sind aber auch die Werte im westlichen Deutschland anders als in Polen. Dies wird schon der kleinen 8jährigen Polin gewiss, die in der Schule den ersten ablehnenden Haltungen ihrer MitschülerInnen aufgrund ihrer scheinbaren Mittellosigkeit entgegentreten muss...
Alexandra Tobor schafft es mit ihrer jungen Protagonistin frisch, entzückend und warm die Geschichte einer Familie zu erzählen, die Polen verließ, um ihren Neuanfang in einem fremden Land zu wagen. Gerade dieses Kindlich-naive macht die Geschichte so bezaubernd und so humorvoll, dass der Leser bei so manchem Satz die Mundwinkel nach oben verziehen muss. Sprachlich und stilistisch ebenfalls gut zu lesen.
Ein Roman, der unterhält und so manchesmal doch zum Nachdenken über den eigenen Lebensstil anregt.
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