Leser-Rezension zu „Sansibar oder der letzte Grund” von Alfred Andersch
am 12.05.2011
Im Herbst 1937 treibt das Schicksal fünf Menschen im Küstenort Rerik zusammen, die alle eine Gemeinsamkeit besitzen: Sie wollen Nazideutschland per Boot illegal verlassen. Dies wiederum streben sie aus völlig unterschiedlichen Gründen an, so dass die teils völlig konträren Meinungen der Charaktere das gefährliche Unternehmen zusätzlich erschweren. Gregor ist KPD-Funktionär und an illegale Aktivitäten im Untergrund gewöhnt, Knudsen - ehemals KPDler - hat eine schwer kranke Frau, um die er sich kümmern muss. Judith ist Jüdin und fürchtet per se um ihr Leben, der Junge sieht die mögliche Flucht hingegen wie eine Utopie, eine Träumerei. Schließlich noch der Pfarrer, der eine wertvolle und von den Nazis verbotene Holzplastik hinausschmuggeln will.
Sehr schön erzählt, einem Theaterstück ähnelnd!

