Leser-Rezension zu „Meister der Wünsche” von Ali Sethi
am 29.04.2010
Interessantes Buch!
„Meister der Wünsche“ von Ali Sethi ist ein Buch, dass das Leben von Zaki, dem Ich-Erzähler, und seiner Familie in "zwei geschickt miteinander verlochtener Erzählstänge" (Klapptext) beschreibt. Es spielt in Zakis Kindheit, als er ungefähr 10 Jahre alt ist, in Lahore, Pakistan und als Zaki als junger Erwachsener wieder nach Hause zurückkehrt zu der Hochzeit seiner Cousine Samar Api, eigentlich studiert er jetzt in Amerika - ein Land, welches nicht unterschiedlicher zu Pakistan sein könnte. Vor allem aber beschreibt das Buch die Emanzipation der Frau in Pakistan - falls das Wort Emanzipation nicht zu hoch gegriffen ist, da Pakistan ein Männer dominiertes Land ist, unterstrichen durch den dort herrschenden moslemischen Glauben. Diese Frauenbewegung wird vor allem durch Zakis Mutter, Zakia, die noch vor seiner Geburt ihren Mann verliert und zu daher zu ihrer höchst konservativen Schwiegermutter Daadi zieht, und Samar Api, Zakis rebellischer Cousine, verkörpert. Zakia möchte ein Stück Eigenständigkeit behalten und arbeitet daher zuerst als Jounalistin, bald aber bringt sie mit ihrer Freundin ein eigenes modernes Frauenmagazin heraus, welches auch des Öfteren Probleme bedeutet.
Das Buch ist sehr interessant und spannend, besonders, weil ich mich persönlich nicht wirklich mit Pakistans Kultur, Politik und Geschichte auskenne, jedoch das Buch mir eine Chance gegeben hat meinen Horizont zu erweitern und mehr über Land und Leute Pakistans zu erfahren.
Schwierig fand ich zu Beginn in die Geschichte einzutauchen, durch die verschiedenen Erzählstränge wusste ich oft nicht genau, wo und vor allem wann die Story gerade spielt, das fand ich sehr verwirrend und das hätte meiner Meinung nach besser viel besser gemacht werden können. Auch - obwohl hinten im Klapptext ein Namensregister war, wusste ich am Anfang oft nicht wer, wer ist. Das wurde natürlich durch die für mich untypischen pakistanischen Namen unterstrichen. Ich fand es interessant, dass oft auch pakistanische Ausdrücke in dem Buch gebraucht worden sind, das machte es authentischer, diese Ausdrücke wurden in einem neun seitigen Glossar am Ende des Buches erläutert. Negativ aufgefallen ist mir aber, dass einige Wörter / Begriffe vergessen worden sind! Das hat mich wirklich genervt.Sprachlich hat mir das Buch auch nicht immer zugesagt, des Öfteren waren die Sätze sehr abgehakt - ich frage mich ob es daran liegt, dass der Übersetzter näher am Original bleiben sollte? Mein Fall war das leider nicht, aber nach den ersten 150 Seiten habe ich mich an den Schreibstil, sowie die Spünge in der Erzählung und den für mich schwierigen Namen gewöhnt und danach ließ sich das Buch gut und flüssig lesen.
Die Gestaltung des Buches an sich war sehr schön, mir gefallen das schlicht gehaltene Cover und auch die Landkarte, welche sich vorne im Einband befindet.
Fazit: Das Buch hat sehr viel Spaß gemacht zu lesen, ich fand es sehr interessant - denn ich werde gerne in ferne Länder, in denen andere Kulturen herrschen, entführt.

