Leser-Rezension zu „Meister der Wünsche” von Ali Sethi
am 6.04.2010
Ali Sethis „Meister der Wünsche“ ist sein Romandebüt.
Dieses Buch ist eine Familiensaga, die das Leben einer pakistanischen Familie in Lahores widerspiegelt. Es gefiel mir sehr einen Einblick in das Familienleben dieses anderen Landes mit einer anderen Kultur zu bekommen. Im Mittelpunkt stehen zwei Kinder, die gemeinsam wie Geschwister aufwachsen – Zaki und Samar Api. Auch die politische Lage Pakistans wird in diesem Buch beleuchtet mit Blick auf die Krisen in dem Land, ohne dabei auch die heiteren Seiten des Lebens außer acht zu lassen. Auf dieses Buch war ich sehr gespannt.
Zuerst einmal ein großes Lob für die wunderschöne Covergestaltung – wie aus einem Märchen dieses Bild und es macht Lust auf mehr!
Nicht ganz so gut fand ich die große Vielzahl an Fachbegriffen und Fremdwörtern aus der pakistanischen Kultur (zum Beispiel spezielle Kleidungsstücke) und die Wörter und Sätze auf pakistanisch (Urdu). Eigentlich sind dies Sachen, die ich in anderen Büchern schon sehr schön fand, aber leider fehlen mir hier genaueren Beschreibungen (zum Beispiel als Fußnote) und auch nicht alles was direkt auf pakistanisch gesagt wird, wird komplett übersetzt. So kann man sich einige ansonsten sehr schön beschriebene Stellen nicht richtig bildhaft vorstellen oder müsste beim lesen woanders einige Sachen nachschlagen, wozu ich aber nicht die Muße hatte. ABER: als ich mit dem Buch zuende war, habe ich nach dem letzten Kapitel dann ein Glossar entdeckt, in dem doch einige von den ausländischen Bezeichnungen beschrieben waren – dieses hätte mir während des Lesens ein viel besseres vermitteln des Stoffes beschert, aber so habe ich das Glossar dann nur als reine, wenn auch interessante, Information gelesen.
Alles in allem ist das Buch aber schön zu lesen und die 20 Kapitel auf gut 500 Seiten sind so lang, dass man sich recht gut in die Geschichte vertieft. Es ist flüssig geschrieben und den Schreibstiel fand ich angenehm. Am Anfang war die Handlung für mich etwas verwirrend, da direkt zu Beginn viele Leute und Namen auftauchen und ins Spiel kommen. Mit der Zeit lernt man aber die Beziehung der Personen untereinander kennen und ich finde die fürs europäische Ohr erst Mal fremdklingenden Namen sehr schön. Alles in allem drei Sterne von mir: Ein nettes Buch, das ich gerne gelesen habe, aber ich selbst mir wohl nicht geholt hätte.

