K 1. Alison Goodman, Eona: Drachentochter Katgeorie: Kinder- und Jugenbuch
Inhalt (lt. Klappentext):
Uralte Drachenmagie, tödliche Intrigen und eine außergewöhnliche Heldin
Über Jahre hat Eona sich auf den großen Tag vorbereitet. Sie hat hart trainiert, sich in Schwertkunst geübt und mit ihrem Meister Drachenmagie studiert. Nun hofft sie, am Neujahrstag von den mächtigen Drachen erwählt zu werden. Doch Eona ist ein Mädchen, und das darf niemand erfahren. Denn Mädchen ist es strengstens verboten, in die Kreise der Drachenmagie vorzudringen. Wenn irgendjemand entdeckt, wer sie wirklich ist, ist ihr Tod gewiss.
Am Kaiserhof werden kurz vor der Wahl des neuen Drachenauges verhängnisvolle Intrigen gesponnen und Eona gerät mitten in einen tödlichen Kampf um den Thron. Es wird immer schwieriger, ihr Geheimnis zu bewahren. Nun steht nicht nur ihr Leben auf dem Spiel, und ihr gegner ist mächtiger, als Eona ahnen konnte...
Zum Buch:
Um ihren Meister vor der Armut und sich selbst vor der Sklaverei zu retten, hat Eona nur eine Wahl: Sie muss als zwölfjähriger Eon zum Drachenauge werden. In Wahrheit aber ist sie ein sechzehnjähriges Mädchen und diese Wahrheit könnte ihren Tod bedeuten. Von den Intrigen, die am Hof herrschen, weiß Eona noch nichts, als sie sich für die Zeremonie vorbereitet, bei welcher der Rattendrache sein Drachenauge wählen soll. Jahrelang hat sich Eona auf diesen Tag vorbereitet und nun bleibt ihr nur zu hoffen.
Sie selbst wird von anderen kaum beachtet, denn sie hat eine verkrüppelte Hüfte und Missbildungen werden in dieser Welt verachtet. Außerdem lässt ihr Meister verlauten, dass Eon ein Mondschatten ist - ein Eunuch - um Aufmerksame daran zu hindern in dem schmächtigen Jungen ein Mädchen zu sehen.
Kaum etwas spricht dafür, dass Eona vom Rattendrachen erwählt werden soll - bis auf die Tatsache, dass sie über die vollständige Drachensicht herrscht. Sie hat die Möglichkeit, alle Drachen zu sehen. Eine seltene Gabe auf die ihr Meister bei der Zeremonie setzt.
Doch am Tag der Zeremonie läuft alles ganz anders als geplant. Ein Gegenspieler des Kaisers greift nach Macht und verändert die Prozedur auf drastische Weise, die Eona beinahe das Leben kostet...
Rezeption:
Die Geschichte um Eona hat mich vollends überzeugt. Spannend und einfallsreich erzählt Alison Goodman von einem Mädchen, das keines sein darf - als Junge in einer Welt, in der nur Männer die Kraft ergreifen dürfen. In rasendem Tempo wird Eona in die Hofintrigen verwickelt und sieht sich bald eingespannt in ein Netz aus Feinden und Verbündeten. Und Verbündeten, die zu Feinden werden. Eona hat nur die Wahl, sich darauf einzulassen oder zu fliehen - und Flucht liegt nicht in ihrer Natur. Und so tut sie, was sie kann, um ihr Geheimnis zu wahren und das Kaiserreich zu schützen.
All dies ist eingebettet in chinesisch-japanischen Flair, einer Welt voll Traditionen, Schönheit, aber auch Grausamkeit. Die Drachen herrschen über die Himmelsrichtungen und alle 12 Jahre hat einer von ihnen die Vorherrschaft. Meiner Meinung nach eine wundervoll ausgearbeitete Idee.
Der kaiserliche Hof ist interessant und verständlich dargestellt. Die fantastischen Elemente verweben sich perfekt mit dem historisch angehauchten chinesischen Hintergrund.
Gerade Eona als Charakter hat es mir angetan. Als Ich-Erzählerin wächst der Leser mit ihr mit und lernt mit der Situation ebenso umzugehen wie sie. Gerade das baut Spannung auf und schafft eine Beziehung zu Eona. Auch ihr körperliches Handicap macht sie sehr sympathisch und vor allem anders als den üblichen Charakter. Sie muss kämpfen - nicht nur mit ihrer verborgenen Identität, sondern auch mit ihrer Behinderung.
Auch die Beziehung zu ihrem Meister, wenn auch nur angedeutet und nicht genau dargestellt, ist interessant. Schließlich kennt er ihr wahres Geschlecht und hilft ihr, sich als Junge auszugeben. Man spürt eine Verbundenheit zwischen den beiden, doch explizit wird dies erst weit am Ende erwähnt.
Auch Eonas Verbündete und Feinde sind einzigartig und später auch andeutungsweise anti-stereotyp dargestellt. Die menschliche Seite der Aufständischen wird dargestellt, ihre Stärken und Schwächen. Außerdem ist die Sexualität ein durchgehendes Thema, das sich nicht nur in Eona zeigt, sondern auch in anderen Charakteren wie Eunuchen und Transvestiten. Vorstellungen werden hier also auf den Kopf geworfen, beziehungsweise in Frage gestellt.
Ein Buch ganz nach meinem Geschmack - von der Sorte sollte es mehr geben! Alle Fans von Licia Troisi, oder auch Joshua Palmatier werden hier auf ihre Kosten kommen. Die Mischung aus Intrige, Macht und Mut sorgen für einen garantierten Suchtfaktor. Die Geschichte eines Mädchens, das erkennt, dass die wahre Macht in ihrer verborgenen Seite liegt.
Anmerkung:
Der zweite Teil wird auf englisch Anfang nächsten Jahres erscheinen - wer es also auf deutsch lesen will, muss sich noch ein wenig gedulden. Und lasst euch nicht verwirren von den vielen Titeln die zu dem Buch herumschwirren - die australische Version heißt anders als die britische.