Leser-Rezensionen zu „Mehr als du denkst” von Alois Prinz
Rezension verfasst vor 6 Monaten (3)
Nimm deine Sehnsüchte ernst
Inhalt:
Auf anschauliche Weise und mit “begreifbaren” Worten, beschreibt Alois Prinz die “zweite Geburt”.
Es folgen zehn Kurzbiografien an denen deutlich wird, wie diese Personen ihre Bestimmung , ihren Sinn im Leben, fanden. Aurelius Augustinus, Franz von Assisi, Teresa von Avila, Martin Luther, Jesus von Nazareth, Blaise Pascal, Dorothee Sölle, Edith Stein, Elisabeth von Thüringen und Simone Weil haben alle eins gemeinsam - sie nahmen ihre Sehnsüchte ernst, auch wenn sich ihnen so manches Hindernis in den Weg stellte. Luther war “wie vom Blitz getroffen” und sein Leben nahm eine entscheidende Wende, während andere ganz allmählich ihre Spur zum Ziel des Daseins fanden.
Meine Meinung:
Besser als Büch mit der Lebensgeschichte einer Person, die oft irgendwo langatmig werden, sind hier zehn Kurzbiografien in einem Buch zusammengefasst. Damit erhält der Leser die Essenz dessen, was das Leben der einzelnen Personen so besonders machte. Ich habe noch nie so kurzweilige und interessante Biografien gelesen.
Bei Aurelius Augustinus konnte ich mir die “Lausbubenstreiche “ bildhaft vorstellen und schmunzeln.
Bislang wußte ich noch nicht, dass Teresa von Avila leidenschaftlich gerne las. Nicht nur “fromme Bücher”, wie es ihr Vater gern gesehen hätte, sondern Ritterromane. Schon mal eine Gemeinsamkeit mit den heutigen Liebhabern historischer Romane. Aufmerksame Leser können noch mehr entdecken.
Der Schreibstil ist eine leicht fließende Erzählweise. Z.B. liest sich der Text über Luthers Schulzeit wie ein guter Schulaufsatz. Damit passt der Stil gut zum Inhalt des Buches. Da die zehn Biografien nochmals in kurze Kapitel unterteilt sind, läßt sich das Buch schnell lesen. Besonders die Berichte über Luther fand ich interessant und kurzweilig. Sie enthielten Informationen, die ich aus anderen Quellen noch nicht kannte.
Cover und Titel:
Die geöffnete Tür, bei der nicht sichtbar ist, was sich dahinter befindet, symbolisiert die unbekannte Zukunft. “Mehr als du denkst” klingt wie der Titel eines guten Romans. Mich hat eher der Zusatz “Zehn Menschen, die ihre Bestimmung fanden” auf das Buch neugierig gemacht.
Meine Lieblingstextstelle:
“Denn auch das gehört zur zweiten Geburt - dass sie nicht nur ein inneres Erlebnis ist, sondern auch das Bedürfnis hervortreibt, die Welt zu ändern! (S.11)
Fazit:
Ein hilfreiches Buch für Leser, die in der Mitte des Lebens angelangt sind und sich fragen: War das schon alles, oder darf ’s noch etwas mehr sein? Haben sich meine Erwartungen, die ich an das Leben habe, bislang erfüllt? Wo konnte ich bereits Spuren hinterlassen, oder etwas zum Positiven verändern? Durch die angenehme Schriftgröße läßt es sich aber auch von älteren Personen gut lesen.
Rezension verfasst vor 9 Monaten (10)
Ich habe aus Zufall und Neugier zu diesem Buch gegriffen. Ich bin ein eifriger Leser von Sachbüchern, und gleich zehn bekannte Menschen der (religiösen) Weltgeschichte hier porträtiert zu sehen, übte einen ungeheuren Reiz auf mich aus. Doch schon nach wenigen Kapiteln wuchs meine Konsternierung. Von Wissenschaftlichkeit kann hier überhaupt keine Rede sein, nicht mal ansatzweise; dafür droht überall der wenig verhüllte moralische Zeigefinger.
Ich suchte zunächst über den Verlag und die Absichten des Autors mehr zu erfahren; denn gar nicht selten hat man ja ein Buch bloß missverstanden. Und siehe da, die Nebel lichteten sich zumindest ein wenig. "Gabriel" ist eine Unterabteilung des Verlages "Thienemann". Aha! Da klingelte bei mir schon ein Glöckchen - auch Michael Ende, einer meiner großen Lieblinge, hat oft bei Thienemann verlegt. Thienemann, und somit Gabriel, ist ein Jugend (!)buchverlag. Und bei Amazon stand deutlich zu lesen, dass die gewünschte Zielgruppe ausdrücklich im Alter von 13 bis 16 Jahren liege. Doch immer noch finde ich, dass der Autor sein vorgebliches Ziel, junge Menschen für den Glauben zu begeistern, nicht oder nur am Rande erreicht hat.
Schon im Vorwort steht es ausdrücklich: diese Artikel wollen im Sinne des Glaubens, und zwar des christlichen, verstanden werden. Nicht umsonst wird die "zweite Geburt", ein Begriff, den der Autor neu geprägt hat, als ein Suchen nach Gott verstanden - dem biblischen, wohlgemerkt. Zudem wird die Kurzbiographie von Jesus von Nazareth ganz ausdrücklich an den Anfang des Buches gesetzt, da sie "exemplarisch" für alle Christen (!) sei, da diese Jesus nachfolgen sollten. Gut, ich gönne jedem Autor seine Überzeugung, und jedem Buch seine Zielsetzung. Nur hat Herr Prinz scheinbar übersehen, dass er eben auch alles durch diese "christliche Brille" hindurch interpretiert, dass er sich fast rein in christlichen Termini ausdrückt - somit können seine Zeilen in erster Linie nur solche Leser erreichen, die schon Christen SIND. Auf den Rest der Leserschaft wird manches dagegen eher befremdlich wirken, oder sie gar nicht erst erreichen.
Ich will gerne zugeben, dass der Autor sich um jugendgemäße Sprache und lebhafte Schilderungen bemüht. Sehr oft beginnen die Kapitel mit einer Episode mitten aus dem Leben der Person, was für einen interessanten Einstieg sorgen soll. Erst später, wenn überhaupt, folgt dann so etwas wie ein Lebenslauf. Manchmal übertreibt es Herr Prinz aber mit der Anbiederung an jugendliche Sprache; besonders im Kapitel über Augustinus fiel mir dies auf. Da fielen Begriffe wie "Gang", "hinter Mädchen her sein", "frühreif" und "Geld auftreiben". So spricht haargenau ein Erwachsener, der wie ein Jugendlicher klingen möchte, aber nicht mehr weiß, wie's geht. Auch fiel mir oft auf, dass für Erwachsene selbstverständliche Sachverhalte in einer unnatürlich wirkenden Parenthese "erklärt werden mussten".
Auch hat der Autor immerzu versucht, eher interessante Episoden aus den Lebensgeschichten herauszugreifen, als wirklich stringent von den Menschen zu erzählen. Da er aber jeweils nur 20 Seiten pro Person zur Verfügung hatte, führte das manchmal zu meiner Meinung nach zu unverständlichen Auslassungen, Verkürzungen, oder Fehlinterpretationen, die das Bild der Person doch sehr verzerren. Im Kapitel zu Jesus nimmt das nahezu groteske Formen an. Einerseits gibt der Autor zu, aus seiner Jugend sei so gut wie nichts bekannt. Andererseits widerspricht er sich gleich selber, indem er alles (!) an der Episode vom 12jährigen Jesus im Tempel aufhängt, daran gleichzeitig seine Alltäglichkeit sowie seine Göttlichkeit zu beweisen sucht, und die Lücken in Jesu Lebensgeschichte fleißig damit füllt, dass er sich Details aus den damaligen Lebensumständen der einfachen Leute aus den Fingern saugt. So kann man natürlich auch 20 Seiten füllen.
Andere unverständliche Verkürzungen fielen mir besonders in den Kapiteln zu Augustinus und Martin Luther auf. Beide Berichte stoppen genau an der Stelle, als es im Leben der beiden eigentlich erst so richtig los ging. Augustinus wurde nicht dadurch bekannt, dass er Christ wurde - sondern dadurch, dass er immens einflussreiches Schrifttum in seiner Amtszeit als Bischof verfasste, wie die "Bekenntnisse" und den "Gottesstaat" - christliche Philosophie eben. Und leider hat er sich dabei zu einem teils ziemlich verknöcherten Denker und sogar zum Frauen- und Lustfeind entwickelt. Auch hat er den Begriff der "Erbsünde" erst "erfunden". Und all dies Jugendlichen zu verschweigen, finde ich ungeheuerlich. Bei Martin Luther kommt nur EIN (!) unglaublich kurzer Absatz ganz zu Ende des Kapitels über den Anschlag seiner Thesen an der Schlosskirche in Wittenberg. Der Rest des Lebens wird nur kurz überhuscht. Unfassbar. Weder erfährt der Jugendliche, dass er die Bibel übersetzte, oder dass Luther der Auslöser für den 30jährigen Krieg in Deutschland war, der für unglaublich viel Leiden sorgte, noch wird erwähnt, dass er später seine Mönchswürde auch wieder ablegte, dass er heiratete, Kinder bekam, und etliche recht derbe Sprüche hinterlassen hat.
Manche Details lässt Herr Prinz auch ganz geschickt unter den Tisch fallen, oder erwähnt sie so am Rande, dass sie nicht weiter auffallen. Drei der hier erwähnten Personen waren gar keine Christen, sondern ursprünglich Juden (Jesus, Edith Stein, und Simone Weil), und Simone Weil hat sich sogar nie ausdrücklich zum Christentum bekannt, hat sich nie taufen lassen. Und Blaise Pascal war auch kein "klassischer" Christ, sondern Jansenist - eine schon damals sehr skeptisch beäugte Sekte. Gut, er mag eine Art "Erleuchtungserfahrung" gemacht haben, aber aus den Schilderungen wird auch deutlich, dass er Zeit seines Lebens ein überspannter Sonderling war. Sicher kein Vorbild für heutige Jugendliche - er hat nie einen Beruf ergriffen!
Zu guter Letzt möchte ich noch die Grundthese des Autors, die der "zweiten Geburt", kritisch unter die Lupe nehmen. Ich denke, das ist eher so eine Art Konstrukt, in welches diese zehn Leben um jeden Preis gepresst werden sollen. Ich gebe zu, bei den 5 Männern in diesem Buch lässt sich ein solcher Punkt der Umkehr jeweils ausmachen - obwohl er bei dem heiligen Franziskus auch recht nebulös ist. Bei den 5 Frauen jedoch scheint es mir, als sei ihr Leben jeweils recht geradlinig verlaufen. Sie waren schon immer, schon als Mädchen, "anders", sie hoben sich von ihren Altersgenossen ab, und erschreckten ihre Umgebung durch sonderbare Aktionen. Aber ein Punkt der Umkehr, eine radikale Bekehrung - das kann ich hier nicht sehen. Und gerade Elisabeth von Thüringen und Theresa von Avila hatten ja aufgrund des kulturellen Kontextes, in dem sie lebten, gar keine andere Möglichkeit, als eben Christen zu sein, wenn sie religiös und mystisch sein wollten. Es ist also durchaus nicht so, als habe hier eine Bekehrung zum Glauben stattgefunden.
Ich verleihe also letzten Endes zwei Sterne. Für die löbliche Absicht, und die zumindest gut lesbare Sprache. Aber im Grunde hat Herr Prinz seine Absicht verfehlt. Ich kann mir nur vorstellen, dass dieses Buch junge Menschen anspricht, die es eh schon in christlichem Kontext lesen - wo also keine Überzeugungsarbeit mehr zu leisten ist. Kritische oder konfessionslose junge Menschen werden das Zwanghafte dieses Buches, alles aufs Christentum hin zu deuten, schnell durchschauen. Und sie werden von dem eher glorifizierenden Stil abgeschreckt sein.
Rezension verfasst vor 2 Jahren (12)
In diesem Buch zeichnet der Autor -Alois Prinz- das Leben und Wirken von zehn meist historischen Persönlichkeiten nach.Er stellt uns Franz von Assisi , Teresa von Avila, Blaise Pascal, Marthin Luther und einige andere vor.
In sehr einfachen und knappen Sätzen erzählt er von ihrem 1. Leben bis hin zur 2. Geburt. Dabei stellt die 2. Geburt die Bekehrungserlebnisse und das Finden zu Gott dar.Jeder dieser 10 Persönlichkeiten kam irgendwann an ihre innere Grenze auf ganz unterschiedliche Weise, auch die Frömmigkeit stellte sich bei vielen erst in der 2. Lebenshälfte ein, dafür aber umso intensiver. Fast bessesen folgten sie ihrer neuen Glaubenserkenntnis.
Der Autor schafft es leider nicht diese so unterschiedlichen Personen gebührend darszustellen. Ich hatte zeitweise das Gefühl von ein und derselben Person zu lesen, da dieser Erzählstil dazu neigt alles gleich klingen zu lassen. Am meisten entäuschte mich die von ihm beschriebene Lebensgeschichte Martin Luthers, sein Leben und Werken auf so plumpe Art dargestellt zu wissen, schmerzte schon fast.
Rezension verfasst vor 2 Jahren (16)
Mehr als du denkst von Alois Prinz
Der Autor: Alois Prinz, geboren 1958, studierte Literaturwissenschaft und Philosophie. Mit seiner Familie lebt er in der Nähe von München. Er ist bekannt für seine zahlreichen preisgekrönten Biographien über Georg Foster, Hannah Arendt, Hermann Hesse, Ulrike Meinhof, Franz Kafka und zuletz den Apostel Paulus.
Das Buch:Teresa von Avila bezeichnet es als "Lockruf",Dorothee Sölle als "Hunger", beide Begriffe beschreiben die Sehnsucht, die Menschen vorwärtstreibt, eine innere Stimme,der man folgt. Doch wie kommt es, dass sich Menschen überhaupt auf die Suche machen, sich nicht mehr zufrieden gebenwollen mit der bestehenden Situation?
Alois Prinz spürt in seinem neuen Buch "Bruchstellen" auf, versucht zu ergründen, warum das Leben der Porträtierten eine derart radikale Wende nahm. Wie wird aus dem Skeptiker Augustinus Aurelius einer der großen Lehrer der Christenheit? Aus dem Kriegshelden Franziskus ein Ordensgründer? Was muß passieren das sich eine überzeugte Atheistin wie Edith Stein taufen lässt? Wie begründet die Theologin Dorothee Sölle, ihr politisches Engagement?
Entstanden sind, berührende Lebensgeschichten, von Menschen, die an ihre Grenzen kamen-aus ganz unterschiedlichen Gründen.Aber auchvon Menschen, die alle auf ihre Weise erlebt haben,dass etwas gänzlich neues ins Spiel kam. " Wer die Wahrheit sucht, der sucht Gott, ob es ihm klar ist oder nicht" so fasst es Edith Stein zusammen.
Meine Meinung: So ein tolles Buch, dass hätte ich nicht gedacht, vor allem, dass es mir gefällt,denn ich bin eigentlich gar nicht gläubig, dass dachte ich zumindest immer, bis ich dieses Buch gelesen habe. Es sind wunderschöne Erzählungen von 10 Menschen die plötzlich eine Wendung in ihrem Leben einschlagen und anfangen an Gott zu glauben, und sich sogar taufen lassen.Das Buch ist so schön flüssig und mit leichten Worten geschrieben, dass man es super verstehen kann, und sich nicht fragen muß, was meint er jetzt da mit?. Ich bin wirklich beeindruckt, ich hätte wirklich niemals geglaubt, dass mir dieses Buch so sehr gefällt. Die Menschen in dem Buch sind mir alle durchaus sympathisch, und ich kann mich durchaus in sie hineinversetzen, wie es bei ihnen angefangen ist, das, sie gläubig wurden. Das alleine führe ich aber auf den wunderbaren Schreibstil des Autors zurück,der dieses "Anfangen zu Glauben" wunderbar beschreibt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dieses Buch auch mal in den Schulen, im Religionsunterricht durchgenommen werden kann, denn es ist nicht so trocken und schwer verständlich geschrieben wie die anderen Bücher die über die Religion und den Glauben geschrieben wurden. Ich glaube dieses Buch spricht Jugendliche sehr gut an, und könnte ihnen auch in schweren Zeiten sagen, gebt nicht auf ihr schafft das, es gibt immer eine Lösung, ihr seit nicht alleine.Einfach ein wunderbares Buch.
Rezension verfasst vor 2 Jahren (11)
In dem Buch von Alois Prinz werden Kurzbiografien von zehn berühmten Persönlichkeiten vorgestellt, und es wird thematisch hervorgehoben, warum sich jede dieser Personen für den christlichen Glauben entschieden hat.
Mir persönlich hat dieses Buch gut gefallen. Ich war anfangs sehr skeptisch, und dachte dies sei nichts für mich. Ich bin weder religiös, noch ein großer Sachbuch- bzw. Biografien- Fan. Doch durch den einfachen Sprachgebrauch und die Kürze der einzelnen Kapitel fand ich dieses Buch sehr leicht lesbar. Sehr gefallen haben mir die " nebensächlichen" Informationen, die ich so aufnehmen konnte, wie z.B. dass Blaise Pascal bewiesen hat, dass Luft ein Gewicht hat und die Einheit der Luftdruckmessung nach ihm benannt wurde, wobei ich dem Autor einfach mal unterstelle, dass er alle Fakten, soweit recherchierbar, gründlich geprüft hat. Von mehr Hintergrundinformationen oder ausführlicheren Biografien hätte ich mich erschlagen gefühlt, außerdem hatte ich dadurch nie das Gefühl :" Überlese ich, interessiert mich nicht, kenne ich nicht". So kleine Häppchen machen mir eher Appetit, mir die Leute genauer anzusehen, die ich besonders interessant fand.
Mit den christlichen Wendepunkten habe ich nach wie vor meine Probleme und ich kann mich auch nicht mit den Gedankengängen oder Lebensweisen einiger vorgestellter Persönlichkeiten anfreunden. Schade fand ich auch, dass die Mehrzahl der vorgestellten Personen um 1100 irgendetwas gelebt hat, ein neuzeitlicherer Bezug hätte den Kontrast sicher noch erhöht und die Problematik etwas aktualisiert. ( Ich kenne keinen Single der ins Kloster musste :), aber einige Leute, die in ihrem Herzen tief religiös sind und es in der heutigen Zeit nicht wagen zuzugeben. Und bestimmt hätten sich ein , zwei Prominente aus heutiger Zeit gefunden, die ähnliche Wendepunkte erlebt haben.
Angenehm fand ich auch, dass in dem Buch kein Zeigefinger erhoben wurde, sondern nur erzählt wurde , wer aus welchen Gründen gläubig wurde.
Fazit: Ich feue mich, dieses Buch gelesen zu haben.
Rezension verfasst vor 2 Jahren (9)
In seinem Buch „Mehr als du denkst“ stellt Alois Prinz dem Leser zehn verschiedene Persönlichkeiten vor, die im Glauben ihre Bestimmung fanden.
Jede Person bekommt dafür ein Kapitel für sich, indem von ihrem Leben vor und nach einem gewissen, oft prägendem Ereignis in dessen Leben erzählt wird.
Der Schreibstil war ganz nett, aber nicht außergewöhnliches, genau wie das ganze Buch. Für Nichtgläubige wirkt alles eher unwirklich und nicht wirklich glaubhaft, vor allem die „zweite Geburt“. Mit diesem Begriff bezeichnet der Autor das Leben nach eben diesem prägenden Ereignis im Leben der jeweiligen Person.
Das wirklich Interessante an diesem doch eher speziellem Buch waren die Schicksale der Betroffenen. Ansonsten ist es wohl eher etwas für sehr Gläubige, oder die, die sich einfach dafür interessieren.
2,5 von 5
Rezension verfasst vor 3 Jahren (7)
„Wir kommen nicht an der Frage vorbei, wer wir sind und was wir wollen.“ (Edith Stein)
Einige Menschen gelangen irgendwann in ihrem Leben an einen Punkt, an dem sie sich die Frage nach dem Sinn des Lebens stellen. Durch gewisse Ereignisse, positive oder negative, erweist sich das oft als Wendepunkt im Leben, sozusagen als „zweite Geburt“, in dem sie ihre wahre Bestimmung finden. In „Mehr als Du denkst“ hat Alois Prinz die Wendepunkte bekannter , aber auch (mir) unbekannter Persönlichkeiten auf eine äußerst unterhaltsame Weise beschrieben. Geschildert werden die Lebensgeschichten (und Wendepunkte) von Jesus, Augustinus, Franz von Asssisi, Elisabeth von Thüringen, Theresa von Avil, Martin Luther, Blaise Pascal, Edith Stein, Simone Weil und Dorothee Sölle. Dabei geht der Autor geschichtlich durch die verschieden Epochen, angefangen bei Jesus und endend bei dem Tode von Dorothee Sölle im Jahr 2003. Wichtige historische Ereignisse verknüpft er dabei geschickt mit dem Leben der verschieden Menschen.
Anfangs war ich etwas skeptisch, ob mir das Buch überhaupt liegt. Das hat sich jedoch direkt nach den ersten Seiten gelegt. Das Buch ist spannend, unterhaltsam und zudem noch informativ. Ich denke, das liegt daran, das die wesentlichen Information über diese Menschen in eine Kurzbiografie eingefasst wurden und die ganzen unnützen Informationen, die eine Biografie meiner Meinung nur belasten, aussen vor geblieben sind. Trotzdem fehlt nichts, da die Wendepunkte klar herausgearbeitet worden sind. Mir hat das sehr gut gefallen.Und was ich auch ganz wichtig finde – es regt zum nachdenken an. Das Buch ist eine ganz ungewöhnliche Mischung aus einer Auseinandersetzung mit dem Glauben, der Geschichte quer durch die Zeit und den jeweiligen Zeitzeugen. Ein schönes Buch für alle, die bei Biografien gerne an der Oberfläche bleiben und nicht zu tief ins Thema abgleiten möchten. Oder aber auch einfach, um sich Appetit auf mehr zu holen. Bei mir war letzteres der Fall, und mit einigen mir unbekannteren Persönlichkeiten wie Blaise Pascal werde ich mich sicher nicht zum letzten mal beschäftigt haben.
Rezension verfasst vor 3 Jahren (4)
Ein Anfang, aber nicht mehr
In diesem Buch wird über das Leben von 10 Personen berichtet. Über ihr Leben und die Wendepunkte, die sie zum christlichen Glauben geführt haben.
Da es pro Person nur 15 bis 20 Seiten sind, ist das alles leider nicht sehr ausführlich ausgefallen. In den meisten Fällen war es mir etwas zu oberflächlich. Auch die einzelnen Auslöser der Wendepunkte sind eigentlich nicht wirklich klar geworden.
Da ich fast alle Personen zuvor jedoch nur dem Namen nach oder überhaupt nicht kannte, war es doch relativ interessant die Personen kennen zulernen. Bei manchen wusste ich, das sie mich nicht weiter interessieren werden, aber bei anderen bin ich neugierig geworden und möchte mehr über sie erfahren. Wie erwartet haben sich zu den Antworten wieder neue Fragen ergeben.
Im Nachwort ist eine Auswahl der verwendeten Literatur angegeben. Dadurch kann man sich bei den einzelnen Personen noch mehr Informationen holen.
In sofern ist dieses Buch ein Anfang und eine Einladung, (wie die offene Tür des Cover) sich mit dem Leben und dem Glauben zu beschäftigen. Ob man durch diese Tür hindurch geht muss jeder für sich selbst entscheiden.
Rezension verfasst vor 3 Jahren (15)
Eine Tür öffnet sich.
Und der Leser darf eintreten in die Lebensgeschichten zehn außergewöhnlicher Menschen.
Zugegeben, es ist jeweils ein recht kurzer Besuch,
eher eine Stippvisite als ein langer Aufenthalt.
Das tut der Freude an den Einblicken in diese 10xLeben aber keinen Abbruch.
Die einzelnen Porträts sind eher erzählerischer als historischer Natur.
Besonders auffallend ist dies schon beim Lebensweg des Jesus von Nazareth.
Alois Prinz beschränkt sich hier ausschließlich auf die biblischen Zeugnisse.
Historisch-kritische Bibelforschung lässt er dabei völlig außer Acht.
So versteht er die einzelnen Lebensgeschichten, von denen er erzählt,
wohl oft auch eher wirklich als erzählende Deutung denn als historische Information.
Dies tritt in allen der zehn Lebensporträts zu Tage.
Letztlich sind es aber eben auch Glaubensgeschichten,
in die wir einen Einblick erhalten.
Glaubensgeschichten haben einen viel tieferen Wahrheitskern,
als auf historischem Weg zu ermitteln und vermitteln ist.
Und gerade diesen verbindenden Wahrheitskern arbeitet Alois Prinz so gut heraus:
Es geht um Wendepunkte im Leben, die zum Eigentlichen führen, zum Inneren Kern,
eng verbunden mit dem Traum von einer schöneren, besseren, gerechteren Welt.
Prinz nennt dies die "zweite Geburt".
An diesen beispielhaften Menschen verschiedener Epochen und ihrer Geschichten
wird der Leser angeregt, über seine eigene Lebensbestimmung nachzudenken.
Besonders erfreut mich dabei der in unsrer Zeit fast schon mutige Versuch,
die christliche Perspektive dafür aufzuzeigen, einen christlichen Antwortversuch zu wagen.
Keinesfalls aufdringlich missionarisch, sondern philosophisch durchdacht.
Rezension verfasst vor 3 Jahren (6)
Das Buch:
In diesem Buch werden die Lebenswege von 10 Menschen nachgezeichnet, die ihre christliche Bestimmung jeder auf seine Weise fanden. Vorgestellt werden durch die Jahrhunderte hinweg, in chronologischer Reihenfolge:
Jesus von Nazareth, Augustinus, Franz von Assisi, Elisabeth von Thüringen, Teresa von Avila, Martin Luther, Blaise Pascal, Edith Stein, Simone Weil und Dorothee Sölle.
Meine Meinung:
Zunächst sei vorweg geschickt, dass sich dieses Buch sicherlich vorwiegend an Kinder und jugendliche Leser richtet. Ich denke sogar, dass es eher für Kinder bis zur 6. Klasse geeignet ist, als für Jugendliche.
Prinz stellt die Lebensläufe der Personen sowie deren Hinwendung zur Religion in recht einfacher, klarer Sprache dar. Die einzelnen Kapitel lesen sich durch die große Schrift und die großzügigen Zeilenabstände leicht und flüssig, lassen aber für den erwachsenen Leser einen gewissen Anspruch vermissen. Die Unterteilung der Kapitel in verschiedene Abschnitte machen das Buch für Kinder noch leichter lesbar und verständlich.
Der Autor berichtet viel aus der Kindheit der jeweiligen Persönlichkeiten. Hiermit wendet er sich meiner Meinung nach ganz klar an Kinder, denen es leicht fallen wird, sich mit den vorgestellten Menschen zu identifizieren und deren Lebenssituationen und Beweggründe nachzuvollziehen. Er gibt seinen jungen Lesern mit diesem Buch einigen Stoff zum Nachdenken, Nachfühlen und ggf. auch Nachmachen an die Hand. Mit den Augen eines Kindes betrachtet, ist beispielsweise das Kapitel über Jesus von Nazareth und dessen Kindheit sehr spannend.
Schön ist, dass man die einzelnen Kapitel jeweils auch von den anderen losgelöst "abarbeiten" kann. Ggf. eignen sie sich auch hervorragend als Grundlage einzelner Unterrichtseinheiten.
Die Auswahl der vorgestellten Personen macht auf mich einen gut durchdachten Eindruck. Würde es sich hier um ein Buch handeln, dass sich an Erwachsene richtet, wäre dieser Eindruck ein anderer. Denn der Werdegang Martin Luthers und einiger anderer der hier Porträtierten sind hinlänglich bekannt. Allerdings freut es mich besonders, dass Elisabeth von Thüringen Eingang in dieses Buch gefunden hat. Allen gemein ist der Vorbildcharakter, den sie ausstrahlen.
Die Verschiedenheit der einzelnen Charaktere & Lebenswege zeigt, dass es viele Möglichkeiten gibt, seinen Weg zu finden. Der Autor führt uns beispielhaft die Geschichten von vorbildgebenden Männern und Frauen vor Augen und zeigt anhand einiger Episoden aus deren Leben, dass sie "auch nur" Menschen waren und möchte auf den Leser ermutigend wirken.
Lobend erwähnt sei hier auch, die im Anhang befindliche Literaturliste. Es sind einige weiterführende Bücher aufgeführt, die dem Erwachsenen, der ein Kind durch die Lektüre von "Mehr als du denkst" begleitet, sicher eine große Hilfe für weitere Studien sein wird.










