Leser-Rezension zu „Brief an D.” von André Gorz
am 14.09.2010
André Gorz hat seine literarischen Arbeiten dem Thema der Arbeiterselbstverwaltung und der politischen Ökologie gewidmet. Der Theoretiker kommt auch in diesem Buch manchmal durch, vor allem wenn er seine Arbeit beschreibt. Das ändert aber nichts daran, dass dieses schmale Buch die Fülle einer jahrzehntelangen Liebe enthält. Eine intime Liebeserklärung an seine Frau Dorine, dass Geständnis, dass er ohne sie niemals seine Leistungen hätte erreichen können, eine Hommage an ihre Intelligenz und Persönlichkeit. Man fühlt sich manchmal wie ein heimlicher Beobachter und doch bin ich froh, dass ich an dieser Geschichte einer Liebe (es ist weit mehr als eine Liebesgeschichte, die so vergänglich ist) teilhaben durfte. Auch wenn sie ohne, (oder vielleicht doch gerade mit) Happy End ist: André Gorz und seine schwerkranke Frau Dorine haben sich 2007 das Leben genommen. Eine konsequente Entscheidung, die dieser Liebe ein Denkmal gesetzt hat.

