Leser-Rezension zu „Man Down” von André Pilz

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BTOYA BTOYA
Verfasst von BTOYA
am 25.03.2010
 

Mit »MAN DOWN« (2010, ISBN 9783852186238) legt André Pilz nach »No Ilores, mi querida - Weine nicht, mein Schatz« (2005, ISBN 9783940213242) und »Bataillon d'Amour« (2007, ISBN 9783940213365) sein drittes Buch vor.

In einem Interview des Autors heißt es: „…Der Held in meinem ersten Buch war ein Skinhead, die Heldin im zweiten eine junge Frau aus Lateinamerika, die in Deutschland zur Prostitution gezwungen wird, und jetzt ist der Held ein Arbeitsloser, der nach einem Arbeitsunfall Schulden hat und nicht weiß, wie er die wieder loswerden soll. In meinen Büchern gibt es heftige Typen, heftige Szenen, einiges an Sex und Gewalt, alles in deftige Sprache verpackt. Es gibt aber auch immer poetische Stellen – in “Man Down” eine Liebesgeschichte als zweiten Handlungsstrang….“
und
„…Also – wer ein Buch von mir in die Hand nimmt, der riskiert auch etwas. Der muss sich manchmal warm anziehen. Dafür gewinnt er vielleicht auch etwas. Einblicke in eine fremde Welt. Vielleicht lernt er, Dinge von einer anderen Warte aus zu sehen…“.

Ja, auch bei „Man Down“ riskiert man (wieder) etwas:
Mitgerissen zu werden von einer Geschichte die unbeschönigt, schonungslos und authentisch von einem Schicksal erzählt, dass – obwohl fiktiv – ein erschreckendes Stück Zeitgeschichte widerspiegelt. Dieser Geschichte kann man sich nicht entziehen und man kann sie mit der letzten Seite auch nicht als" gelesen" abtun. Natürlich kann man als Leser/In vielleicht argumentieren, dass dieses Milieu, diese Sprache und die geschilderte Wahl der Mittel des/der Protagonisten einen selbst nicht betreffen. Doch das ändert nichts daran, dass die Thematik einfach unter die Haut geht: durch Unfall oder Krankheit unerwartet arbeitslos zu werden, sich plötzlich in einem Überlebenskampf wiederfinden dem man einfach nicht gewachsen ist, Erfahrungen machen zu müssen, dass unsere „Wohlstandsgesellschaft/unser soziales Netz“ den eigenen Absturz im besten Fall verzögern könnte, dass die eigenen Werte und Prinzipien ein Luxus werden könnten den man sich einfach nicht mehr leisten könnte … Das sind Gedanken die den „anderen Ausgangspunkt“ des Geschehens in „Man Down“ dann plötzlich doch eher in den Hintergrund treten lassen…

Gesellschaftskritisch, provokant und mit dem Finger am Puls der Zeit; fesselnd, bewegend und trotzdem stellenweise mit einer guten Portion Humor; seit langer Zeit wieder ein Buch, dass sehr nachdenklich machen kann (und sollte) …

 

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Man Down Man Down
André Pilz

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Man Down
von André Pilz

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