Leser-Rezension zu „Hexenkatze” von Andrea Schacht
am 10.11.2011
Wer immer sich den Titel ausgedacht hat - er führt völlig in die Irre.
Die Geschichte um die alleinerziehende Mutter Deba und ihre Tochter Micki und deren komplexes Verhältnis zu dem Nachbarn ist ganz nett, wenngleich sie sich eher auf dem Niveau eines Groschenromanes bewegt. Die Katzen spielen eine sehr untergeordnete Rolle und entwickeln leider keine greifbare Persönlichkeit.
Die magischen Elemente bleiben auch irgendwie verworren. Der Ansatz ist zwar nett, aber nicht gründlich genug herausgearbeitet. Aus dem Moment, in dem die Kätzin stirbt, hätte man viel mehr machen können, wenn man das heldenhafte Tun tiefschürfender erläutert hätte. Es wird nur in einem Nebensatz erwähnt und bleibt deshalb völlig banal.
Hätte man die wenigen erotischen Momente gestrichen, hätte das ein ganz nettes Jugendbuch werden können. So ist es leider nicht Fisch und nicht Fleisch.
Insgesamt hätte dem Buch ein wenig mehr Lektoratsarbeit gut gestanden. Leider hat man in den letzten Jahren zunehmend das Gefühl, als ob die Werke von Andrea Schacht im Lektorat gleich durchgewunken werden. Wozu sich Mühe machen - das Zeug wird eh gekauft.
Meine Empfehlung daher:
Hexenkatze ist ein nettes und völlig triviales Buch, das sich an einem verregneten Nachmittag durchlesen lässt. Leihen Sie es sich aus der Bibliothek, das habe ich auch getan. Hätte ich Geld dafür ausgegeben, würde ich mich ärgern.

