Wie immer kam es ihm aussichtslos vor, beschreiben zu wollen, wie es war, mit dem Feld verbunden zu sein. „Es ist sehen und hören und fühlen zugleich, und doch nichts davon. Je nachdem. Eigentlich ist es wie ein zusätzlicher Sinn, ein sechster Sinn gewissermaßen…“ (Seite 42)
Inhalt: Der 17-jährige Christopher ist mit Computern aufgewachsen und kennt sich bestens in ihrer Welt aus. Bereits mit 13 Jahren beginnt er, sich in Systeme zu hacken und löst eines Tages eine weltweite Katastrophe aus, als jeder Kontoinhaber plötzlich eine Milliarde Dollar besitzt. Seither ist Christopher der berühmt berüchtigte „Computer Kid“. Doch dann findet er sich im Zentrum einer ungeheuren Entwicklung wieder, denn eine Erfindung, bei der er mitgewirkt hat, nimmt ungeahnte Ausmaße an: ein kleiner Chip, in Gehirnnähe implantiert, sorgt dafür, dass sich viele Leute nur per Gedanken verständigen können. Christopher merkt schnell, dass die rasende Verbreitung des Chips in den Hirnen der Menschen langsam das vereinnahmt, was einen Menschen bislang ausgemacht hat: seine Individualität. „Computer Kid“ sieht nur eine Lösung: er muss diese Entwicklung aufhalten, so unmöglich dies auch sei, denn sonst wird es die Menschheit, wie wir sie kennen, nicht mehr lange geben…
Zum Buch: „Was wäre, wenn das Wissen und die Gedanken eines Einzelnen für eine ganze Gruppe verfügbar wären? Würden dann nicht Frieden und Einigkeit auf Erden herrschen? Wäre der Mensch dann endlich nicht mehr so entsetzlich allein? Oder könnte dadurch eine Macht entstehen, die zur größten Bedrohung der Welt wird?“
Diese Fragen findet man auf der Rückseite des Buches und sie spiegeln die Themen wieder, um die es hier in der Geschichte geht: Macht, Frieden, Einsamkeit, Bedrohung. „Black Out“ behandelt all das in einer atemberaubenden Story, die einen von der ersten Seite an das Buch fesselt- den Leser schier nicht mehr loslassen will, bis er die letzte Seite gelesen hat. Es ist unglaublich, dieses Buch. Gedruckte Spannung.
Ich wollte es nicht mehr aus der Hand legen.
Die Geschichte um Christopher ist brillant durchdacht und lässt den Leser gerne mal im Dunkeln tappen, hier ist nichts offensichtlich, hier ist überhaupt gar nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. „Black Out“ ist eine Sammlung von fabelhaften Ideen, die alle miteinander verknüpft sind. Dabei gibt es so viele verschiedene Dinge im Buch, die herausstechen und für sich stehen. Neben der eigentlich großen Geschichte findet man auch viele kleine, unterhaltsame Szenen, die „Black Out“ niemals langweilig werden lassen, im Gegenteil. Gerade die überraschenden „Seitenhiebe“, (wenn mal wieder etwas geschehen ist, womit ich nun so gar nicht gerechnet habe), haben das Buch für mich so fesselnd gemacht, dass ich die Seiten nur so weg gelesen habe.
Stil und Sprache sind einfach hervorragend. Man merkt, dass Eschbach viel Erfahrung als Autor besitzt und dass er weiß, wie man mit Worten umgehen muss, um eine Atmosphäre zu schaffen, bei der sich unter dem Leser ein Loch auftut, in das er abtaucht und verschwindet, bis die Realität ihn wieder einholt.
Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und hatte auch keine Probleme, die vielen Charaktere auseinander zu halten, die hier beschrieben werden, denn Eschbach schafft es, jeder Figur eine Individualität zu verleihen, die sie unverwechselbar macht und dies auch schon mit wenigen Worten. Hier ist niemand wie der andere, keiner ist perfekt und das machte die Geschichte wieder fast so greifbar, als könnte sie sich wirklich so abgespielt haben.
Ich kann das Buch nur auf einen Sockel heben mit der Aufschrift: „Unbedingt lesen!“, denn eine leisere Empfehlung wäre nicht gerecht. „Black Out“ ist sehr, sehr lesenswert! Auch für jene, die sich vielleicht für Computer und Technik gar nicht so interessieren (, das tue ich persönlich auch nicht). Dabei stehen diese zwei Dinge zwar im Vordergrund (, hier sei aber gesagt, dass nichts so kompliziert erklärt wird, dass man nichts mehr versteht, wenn man keine Ahnung von Technik hat, im Gegenteil. Die Ausführungen zu diesen Dingen war griffig und auch noch spannend verpackt), machen aber nicht das aus, was den Leser letztendlich zum Grübeln bringt.
So geht es doch größtenteils um die Frage: „Was wäre, wenn das Wissen und die Gedanken eines Einzelnen für eine ganze Gruppe verfügbar wären?“ Wie würde die Menschheit sich verändern? Wie wichtig ist Individualität?
Ich könnte noch viel mehr loben- den Protagonist Christopher, der interessant wie sympathisch war und ein besonderer Charakter, wie ich ihn auch noch nicht gelesen habe oder die Aufmachung der Kapitel und des gesamten Buches.
Aber da würde ich noch lange weiterschreiben müssen...
„Black Out“ ist eine fantastische Entdeckungsreise, in der es um Technik und Menschen und Einzigartigkeit geht und die man nicht verpassen sollte. Auch weibliche Leser werden hier sicher ihre Freude haben (, das kann ich bestätigen!)
Absolut empfehlenswert!