Leser-Rezension zu „Der Nobelpreis” von Andreas Eschbach

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Rheinzwitter Rheinzwitter
Verfasst von Rheinzwitter
am 31.08.2011
 

O-Ton Andreas Eschbach: "Dieser Mann könnte über seine Socken schreiben und man würde Zeit und Raum darüber vergessen."

Respektvolle Worte über Stephen King, die Eschbach äußert auf seiner Internetpräsenz in seinen lobenswerten Tipps für Schreibanfänger.

Aber kein Grund zur Bescheidenheit, Herr Eschbach: Sie können ebenso unterhaltsam über ein dröge anmutendes Thema wie das Innenleben von Schlössern und das Knacken derselben referieren - vielleicht etwas zu detailliert, aber ohne in die Langatmigkeit zu driften, zu der Mr. King nämlich trotz aller Erzählkunst neigt.

Einbruch und Industriespionage sind die Vergehen, derentwegen Gunnar Forsberg verurteilt und inhaftiert wurde, und es ist diese kriminelle Energie und auch Familienbande, von der sich sein Schwager Hans-Olof Hoffnung auf Beistand verspricht. Hans-Olof Andersson wird in seiner Funktion als Mitglied des Nobelkomitees erpresst zur Stimmabgabe für eine Außenseiterin in der Wahl um den Nobelpreis in Medizin. Sich in einer Verschwörung wähnend und hilflos der extremen Zwangslage ausgesetzt, sieht der idealistische Professor in seinem kriminellen Schwager letztlich die einzige Chance auf Hilfe.

Jedes weitere Wort zur Handlung wäre zu viel, und wer das Lesevergnügen steigern will, sollte den Klappentext meiden.

Irritiert war ich nur in meiner Erwartungshaltung: Wenn ich Nobelpreis höre, habe ich immer jenen Film vor Augen, in dem Paul Newman einen versoffenen Schriftsteller spielt, der bei den Vorbereitungen zur Verleihung in eine aberwitzige Verschwörung à la Hitchcock mit deutlichem Hang zur Komödie gerät, und damit hat das Buch rein gar nichts gemein. Aber was kann Eschbach schon für meine popkulturellen Prägungen.

Der Roman bewegt sich an der Schnittmenge zu Krimi und Thriller, handwerklich versiert in Szene gesetzt. In puncto Spannungsbögen zu Recht gern mit Grisham, Follett oder Crichton verglichen, toppen Eschbachs Bücher diejenigen der genannten Autoren hinsichtlich Genrevielfalt sogar noch, und das seit fast 20 Jahren ohne einen Rohrkrepierer. Solide Leistung. Bitte Niveau halten, Herr Eschbach.

 

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Der Nobelpreis Der Nobelpreis
Andreas Eschbach

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Der Nobelpreis
von Andreas Eschbach

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