Rezension verfasst vor 1 Monat
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Dies ist mein viertes Buch von Andreas Franz, allesamt aus der Julia Durant-Reihe, und eindeutig das bisher schwächste.
Über seinen Schreibstil kann man denken wie man will, ich persönlich habe ihn schon immer als umständlich bis unglücklich empfunden, mit viel zu hölzernen Dialogen. Worüber ich aber bei den anderen Büchern aufgrund der spannenden Handlung hinwegsehen konnte, hat sich mir dieses Mal mit aller Macht aufgedrängt. Sätze wie "Julia Durant wurde von einer strahlenden Nadine bereits an der Tür umarmt. Sie schien sich wirklich über ihr Kommen zu freuen, jedenfalls zeigte dies das Leuchten ihrer Augen." (wie habe ich mir das eigentlich bildlich vorzustellen?) kann ich vielleicht meiner Tochter im Teenageralter durchgehen lassen, nicht jedoch Jemandem, dessen - laut Innenklappentext - "Passion das Schreiben" ist, und der es allein durch seine berufliche Übersetzertätigkeit auch schon mal irgendwann und irgendwo besser gehört/gelesen haben muss.
Aber gut, ich will nicht zu lange am Stil rumnörgeln. Es liest sich flüssig genug, und jeder Fan von "Tatort" und vergleichbaren deutschen Krimiserien ist eh an hölzerne Dialoge gewöhnt.
Was mich diesmal aber wirklich enttäuscht hat, ist die Tatsache, dass auch die Handlung nicht über mittelmäßiges Krimidramaniveau hinaus kommt. Es wird wieder ein populäres Tabuthema behandelt (Schließt sich das nicht eigentlich gegenseitig aus? Egal, irgendwie passt's trotzdem XD ) Die Bösen sind - wie immer - richtig böse, die Guten so gut, dass einem schon fast übel wird. Und mittendrin Julia Durant, die (fast) allein aufgrund ihrer Intuition als Einzige den Durchblick hal, oder zumindest eine Ahnung. Wir Krimi- und Thrillersuchtis haben ja schon viel über die berühmte Schnüfflernase zu lesen bekommen, aber mal ehrlich, wie viel "Bauch"gefühl ist denn von einer Person zu erwarten, die sich in sämtlichen Büchern nur von Brot, sauren Gurken, Salami und zu viel Bier ernährt? Man möchte ihr förmlich zurufen: "Mädel, schau im Kühlregal doch mal 20 cm nach links, da liegt der Kochschinken!" oder, beim obligatorischen Pit-Stop an der Imbiss-Bude: "Süße, lass doch mal die Sau raus und nimm Fanta statt Cola!" Aber auch das nur nebenbei.....
Nochmals zur Handlung an sich, obwohl es dazu erschreckend wenig zu sagen gibt: Schon beim Prolog ahnt man es, irgendwo in der Mitte des Buches wird es dann bestätigt. Und dann sitzt man da und hat noch das halbe Buch vor sich. Was in vielen Filmen und Büchern spannend dargestellt wird, das Wie?, Warum? und Kommt die Polizei dahinter?, lässt einen im Grunde genommen kalt. Die Protagonisten sind ohne Ausnahme blass, die Tat(en) ebenfalls, und so bleibt einem nichts weiter übrig, als sich durch das Buch zu quälen, damit man endlich das nächste anfangen kann.
Das Ende ist so, wie das Ende in Andreas Franz' Büchern bisher immer war: Der Fall ist erfolgreich gelöst, das Böse besiegt, und Julia Durant geht in eine Bar um sich einen Kerl für einen One Night Stand aufzureissen....
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