Leser-Rezension zu „Eisige Nähe” von Andreas Franz
am 27.11.2011
In einem vornehmen Villenviertel in Kiel werden der bekannte Musikproduzent Peter Bruhns und seine blutjunge Geliebte ermordet aufgefunden. Die Leichen wurden auf perverse Weise "arrangiert". Die beiden zuständigen Kommissare Sören Hennings und Lisa Santos beginnen zu ermitteln, werden aber schon bald vom Staatsanwalt Rüter behindert - und schlieslich wird Ihnen der Fall entzogen.. Das macht die beiden nun aber erst richtig neugierig. Mit Rückendeckung ihres Chefs ermitteln sie heimlich weiter und stoßen bald auf einen Sumpf aus kriminellen Organisationen innerhalb der Geheimdienste bzw. des Verfassungsschutzes. Diese befassen sich mit Menschenhandel, Frauen und sogar Kinder werden gehandelt wie Vieh. Ausserdem gibt es da noch einen mysteriösen Auftragskiller, der immer die gleiche weibliche DNA am Tatort zurücklässt - was hat der mit der Angelegenheit zu tun?
Das Buch lässt mich ziemlich ratlos zurück was die Bewertung angeht. Einerseits ist die Handlung ab und zu durchaus spannend, insbesondere gegen Ende. Andererseits ist der Stil von einer geradezu unfassbaren Schlichtheit - nur vergleichbar mit den "Edelweiß-Heftchen" vom Kiosk; ein Jerry Cotton-Krimi ist geradezu literarische Feinkost dagegen. Dazu stete Wiederholungen von bereits bekannten Vorkommnissen. Man hat den Eindruck, hier wird so lange auf einzelnen Vorkommnissen herumgeritten, bis auch der dümmste Leser es endlich begriffen hat. Was denkt der Autor eigentlich über seine Leser? Und nicht zuletzt: Seitenweise derart banale Dialoge, dass es einem die Tränen in die Augen treibt!

