Dies ist mein 3tes Andreas Franz Buch und ich bin genauso begeistert, wie bei den beiden vorher gelesenen.
Die ersten Seiten fangen noch recht harmlos an. Ein 15-jähriger Junge, dessen Mutter früh verstorben ist, und nun bei seinem Vater aufwächst. Dieser hat nicht lange um seine Ehefrau getrauert, sondern vergnügt sich mit Prostituierten, das nötige Geld hat er ja. Michael, der von allen nur Mike genannt wird, ist schüchtern, hat keine Freunde ist aber sehr gut in Mathematik und Physik. Sein Berufswunsch ist früh klar, auch wenn sein Vater sich etwas anderes für ihn wünscht. Eine feste Freundin hatte Mike auch noch nie, aber es gibt ein Mädchen, das zwei Jahre älter ist als er: Louise. Die beiden verstehen sich sehr gut, kommen sie doch aus ähnlichen Familienverhältnissen. Ihr Vater ist sehr früh abgehauen, sie lebt bei ihrer Mutter, die danach allerdings angefangen hatte, sich regelmäßig zu betrinken. Die beiden Kinder verstanden sich trotzdem sehr gut und eines Tages konnte Mike es nicht glauben, seine große Liebe, hatte ihm an seinem Geburtstag ihre Liebe gestanden. Mike war der glücklichste Mensch auf Erden, bis Louise einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel.
17 Jahre später.
Ein grausamer Serienmörder zieht seine Kreise in Frankfurt. Er hat es auf Prostituierte abgesehen. Die Frauen werden mit einem Schnitt in die Kehle oder einen Stich in den Magen getötet und anschließend ausgeweidet. Die ausgeschnittenen Organe werden anschließend am Tatort gut sichtbar für jeden platziert. Selbst den stärksten und erfahrensten Mitarbeitern der Polizei dreht sich hier der Magen um, sowas haben sie in ihrer langjährigen Laufbahn noch nie erlebt. Der Täter hinterlässt keine Spuren. Die Polizei tappt im Dunkeln, nur eines ist sicher: Er hat einen absoluten Hass auf Prostituierte, er versteht sich gut im Spuren verwischen, er hält sich für den Jack the Ripper der Neuzeit und das Schlimmste für das ermittelnde Team um Julia Durant: Er schickt ihr Fotos seiner Taten, weil er sie bewundert und durch sie geschnappt werden will.
Wer der Mörder ist, ist früh klar, er wird namentlich erwähnt, der Leser ist dabei, wenn er seine Opfer umbringt. Das Motiv ist auch sehr früh klar: Er wird von den Frauen stets ausgelacht, ein Komplex, der sich seit seinem 15ten Geburtstag, an dem sein Vater ihm eine Prostituierte zum Geburtstag geschenkt und die ihn ausgelacht hatte, durchzieht. Der Täter ist der Polizei immer einen Schritt voraus und das Team bzw. Julia ahnt nicht, wie nah sie dem Täter jeden Tag kommt.
Auch wenn der Mörder früh klar ist, ist das Buch dennoch spannend. Man weiß nicht, ob die Polizei ihn schnappen wird, wie viele Frauen er noch umbringt und der Mord an der damals 17-jährigen Louise ist auch noch nicht aufgeklärt.
Der Täter wurde schon seit seiner Kindheit nur ausgeschlossen, wegen seines Aussehens und seiner Art verspottet, sogar von seinem eigenen Vater. Das einzige, das der Junge hatte, war die Liebe zu einer Frau, die früh aus dem Leben gerissen wurde. Von dort an hat es zwar lange gedauert, aber der Mann kommt mit seinem Leben und dem Verhalten der Menschen nicht mehr klar und er kann seine Wut nicht mehr unterdrücken, die eigentlich hauptsächlich gegen seinen Vater gerichtet ist, dennoch ist er nicht sein Opfer sondern Frauen, die ihm sehr wohl bekannt waren. Frauen, deren einziger Fehler es war, sich von seinem Vater kaufen zu lassen und ihn, den Täter, kurz bevor es zum Geschlechtsakt kommen soll, auslachen. Das Lachen endet für jede von ihnen tödlich.
Als Nebenhandlung erfährt der Leser mehr über das Privatleben von Julia Durant und ihrem Partner Frank Hellmer. Beide haben es nicht leicht in diesem Krimi, jeder geht mit seiner Situation anders um und beide können einem auf die unterschiedlichste Weise Leid tun. Ich bin spätestens jetzt restlos vom Autor Andreas Franz überzeugt, so dass ich mir auch noch weiter Bücher zulegen werde.
Die Bücher sind einfach zu lesen, klar strukturiert, nicht kompliziert aber dennoch spannend bis zum Ende geschrieben.