Rezension verfasst vor 1 Jahr
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Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, dass er dabei nicht zum Ungeheuer wird. Und wenn Du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in Dich hinein.
Dieses Zitat von Friedrich Nietzsche muss sich auch Peter Brandt im neuen Krimi von Andreas Franz zu Gemüte führen.
“ Dafür habe ich schon in zu viele Abgründe geblickt” wird er später darauf antworten, womit der klassische Kommissar aus der Feder von Bestseller-Autor Andreas Franz wahrscheinlich auch Recht hat. Allerdings macht das Serien-Killergemetzel, welches uns bisweilen eher aus US-amerikanischen Thrillern entgegenschlug wohl auch vor den deutschen Autoren nicht halt und so bekommt es Peter Brandt, der in diesem Buch erstmals mit seiner Freundin, der Staatsanwältin Elvira Klein, ermittelt, in seinem neuen Fall mit einem SerienKiller zu tun, der es vorwiegend auf Prostituierte abgesehen hat die er scheinbar mal wahllos und mal mit gezielter Präzision hinmetzelt. Dieses Thema ist sicher nicht neu und wirkt auf den ersten Blick etwas abgegriffen … doch dann kommt es anders, als man denkt. Während die Amis mit ihren enorm leidensfähigen FBI – Agenten auflaufen ; haben wir gottlob, den bodenständigen Peter Brandt. Brandt betritt eine Welt aus religiösem Fanatismus, Gewalt und Rache. Hier scheut sich Andreas Franz auch nicht, das im letzten Jahr größte Thema der katholischen Kirche aufzugreifen : Der Missbrauch und die Misshandlung von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen der katholischen Kirche. Eindringlich , ohne dabei jedoch sensationslüstern zu wirken, beschreibt der Autor Unvorstellbares und jongliert dabei die Gefühle des Lesers von Ekel und Abscheu bis hin zu Mitleid. Und auch die krassen Milieuwechsel , mit denen uns der Autor konfrontiert sind durchweg gelungen. Andreas Franz lässt uns in Abgründe blicken, in die wir auch nach dem Lesen noch eine zeitlang ungläubig hinein starren……
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