Rezension verfasst vor 1 Jahr
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Man wird geboren, man wird älter und man wird sterben – irgendwann. Ein ganz normaler Lebenslauf, doch nicht so der von Max Tivoli. Als er auf die Welt kommt, ist er ein Greis. Er beginnt sein Leben alt und wird mit der Zeit immer jünger. Doch nur äußerlich, denn innerlich ist er ein kleines Kind, das genauso altert, wie gleichaltrige Kinder.
Andrew Sean Greer erzählt von Max Tivoli, der äußerlich einem 60-Jährigem gleicht, aber innerlich erst 11 Jahre ist. Eine berührende Geschichte über einen Mensch, der nur eine kurze Zeit seines Lebens er selbst sein kann, und nur für einen kurzen Moment zur richtigen Zeit in seinem Körper verbringt. Im Mittelpunkt seines Lebens befindet sich Alice, die Liebe seines Lebens. Als sie noch 14 ist, verliebt sich der 17 jährige Max in sie. Doch mit dem Aussehen eines alten Mannes kann er ihr seine Gefühle nicht preisgeben. Als er ehrlich zu ihr sein will und sie daraufhin küsst, geschieht das Unausweichliche. Alice glaubt ihm nicht, beichtet ihrer Mutter und ein Umzug folgt. Zwar ist Alice nun fort aus seinem Leben, doch nicht aus seinem Herzen. So bleibt er immer auf der Suche nach ihr.
Ein Irrsinn der Gefühle beginnt, als er sie nach Jahren wiedertrifft. Er verleugnet seine Identität, heiratet sie, verrennt sich immer mehr in den Wunsch geliebt, und anerkannt zu werden. Doch er wird immer jünger, und die Ehe geht mit der Zeit in die Brüche, und Alice verschwindet wieder. Als Max einem 12jährigem Jungen gleicht, begibt er sich wieder zu Alice, und lässt sich von ihr adoptieren, damit er bei ihr sterben kann.
Ergreifend und spannend zugleich erzählt. Man leidet mit, wenn Max Tivoli als junges Kind verstehen lernt, dass er eine Kindheit haben wird, wie andere Kinder, dass ihm die Möglichkeiten sofort mit Beginn des Lebens genommen werden. Man fiebert mit, wenn er Alice wiedertrifft und hofft, dass es zu einem guten Ende kommt, wenn er sich immer mehr in seine Lügengeschichten verrennt, um den einzigen Menschen, den er wirklich liebt, zu halten. Man fühlt den Wunsch der Dazugehörigkeit. Ein Buch, das gelesen werden muss. Mit anfänglichem Bedenken einer zweiten Benjamin-Buttongeschichte, wurde es schnell verschlungen, weil jede Zeile auf der Zunge zergeht.
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