Leser-Rezension zu „Wohin die Krähen fliegen” von Ann-Marie MacDonald
am 7.05.2007
In Kanada gilt die in Deutschland geborene Ann-Marie MacDonald längst als eine der bedeutendsten literarischen Stimmen des Landes. Schon mit ihrem Debüt-Roman »Vernimm mein Flehen« machte sie Furore und wurde dafür mit dem Commonwealth Writers Prize ausgezeichnet. Ihr jüngster Roman »Wohin die Krähen fliegen« ist ein gut 1000-seitiges Werk von ungewöhnlicher Dichte.
Hintergrund ist der wahre Fall von Steve (Stephen) Truscott, der als jüngster Kanadier über den jemals die Todesstrafe verhängt wurde, in die Kanadische Kriminalgeschichte eingegangen ist. Wer sich die ganze Spannung des Romans erhalten will, sollte vorab nicht nach diesem Fall recherchieren.
Mich hat »Wohin die Krähen fliegen« sehr beeindruckt, ein Roman der seine Leser unwiderstehlich in sich hineinsaugt und vieles zugleich ist: Kriminalfall, Agentengeschichte, Familienepos, psychologische Studie. Man könnte meinen, dass das alles ein bisschen zu viel ist, aber Ann-Marie MacDonald bändigt die verschiedenen Handlungsstränge großartig und erzählt ungeheuer detailreich. Ein wirklich packender Roman über eine Tragödie, die mehr als nur ein Leben zerstört hat.

