Rezension zu "Wo dein Herz zu Hause ist" von Anna McPartlin

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LEXI

Vor 2 Jahren

(22)

Den glücklichsten Tag ihres Lebens hat Harri sich anders vorgestellt. An ihrem dreißigsten Geburtstag wollte sie mit James vor den Traualtar treten - doch stattdessen landet sie mit einer Panikattacke im Krankenhaus. Und das war schon der zweite Anlauf. Harri weiß nicht, was mit ihr los ist. Ist sie einfach bindungsunfähig? Oder hat ihre Angst tiefere Ursachen?Die Eltern können die Verzweiflung ihrer Tochter nicht länger mit ansehen und entschließen sich, Harri und ihrem Zwillingsbruder George endlich die Wahrheit zu sagen. Denn Harris tiefsitzende Unsicherheit kommt nicht von ungefähr. Um wieder richtig leben - und lieben - zu können, muss Harri einen schmerzhaften und schweren Weg antreten ...

Es war einmal eine große Liebe zwischen einem Jungen und einem Mädchen. Der plötzliche Tod seines Vaters, die Brutalität ihres Stiefvaters, eine unerwartete Schwangerschaft und der einsame Tod … Anna McPartlin spielt mit den Emotionen des Lesers und erzählt eine traurige Geschichte. Jedoch versteht sie es, auch Liebe, Hoffnung und das Zurückfinden ins Leben in den Plot zu verflechten und zieht den Leser langsam ins Geschehen hinein. Eine Familientragödie, die Folgen hat – und eine verwirrte Protagonistin, die nicht weiß, wo ihre Wurzeln sind – Themen, die zu Herzen gehen und dem Leser eindrucksvoll nahe gebracht werden. Eine gute Story, gefühlvoll umgesetzt und mit einer Prise Spannung aufgewertet!

Anna McPartlin erzählt die Geschichte der Protagonistin Harri aus der Sicht der Autorin – zugleich aber auch in Rückblenden durch die Erzählform des Tagebuches eines anderen Mädchens. Die Geschichten der beiden Mädchen wechseln sich ab – ein Kapitel spielt in der Gegenwart, als Hauptperson Harri, das nächste Kapitel stellt eine Eintragung im Tagebuch von Liv dar, das in den 1980ern spielt. Erst nach und nach fügen sich die beiden Lebensberichte zusammen und ergeben einen Sinn. Und erst nach und nach taucht der Leser ins Geschehen ein, begreift Zusammenhänge, verknüpft lose Enden. Und mit jedem Kapitel gelingt es McPartlin, Verständnis zu wecken, den Leser auch emotional mit einzubeziehen. Der große Moment der Enthüllung, das Aussprechen eines lange gehüteten Familiengeheimnisses, ist der eigentliche Höhepunkt im Geschehen. Mit dieser Enthüllung werden Dinge ins Laufen gebracht, die vor Jahren begonnen nun endlich ein Ende finden. Verständnis und Versöhnung, Verzeihen und Neubeginn – ohne zu viel über den Inhalt zu verraten freue ich mich anmerken zu dürfen, dass McPartlin ein Happy End gelungen ist, das ich weder kitschig noch sentimental, sondern vielmehr als herzerwärmend nennen würde.
McPartlin schreibt lebhaft, benutzt den Dialog zwischen Menschen, um Inhalte aus deren Gedanken- und Gefühlswelt zu vermitteln und verwendet sehr oft kursive Schrift, wenn sie die unausgesprochenen Gedanken der handelnden Personen ausdrückt.

Die Figuren dieses Romans sind überzeugend, detailliert und lebensnahe dargestellt – sie wirken lebendig und beziehen den Leser emotional ein. Besonders Augenmerk legt McPartlin auf die Protagonistin Harri, sie vergisst aber dabei nicht auf die Nebenpersonen. Harri ist ein Familienmensch und hängt sehr an ihren Freunden – die Autorin schafft es mühelos, sie alle ins Geschehen mit einzubeziehen, ohne auch nur eine Person dabei zu vernachlässigen. Man bringt Verständnis für die Handlungen und Fehler der Figuren auf und es gibt in diesem Roman nicht einfach ein „Schwarz-Weiß-Denken“ – die Protagonisten sind Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen.

Es handelt sich hierbei um ein Taschenbuch mit fröhlichem Cover – ein Mädchen, das auf einem Sandstrand Luftsprünge macht … meines Erachtens unpassend für diesen Roman. Ich konnte für meine Person jedenfalls keine Verbindung zu der Geschichte herstellen, muss sogar zugeben, dass mich dieses kitschige, klischeehaft erscheinende Cover beinahe vom Kauf abgehalten hätte. Das Buch ist, wie bereits erwähnt, in Kapitel unterteilt, wobei sich die Erzählform der Autorin über die Protagonistin Harri mit den Tagebucheinträgen des Mädchens Liv aus den 1980er Jahren abwechseln. Sehr gut die kursive Schriftform, die die Autorin wählte, um Gedankengänge auszudrücken bzw. Tagebucheinträge aus den 1980ern zu vermitteln. Mit dieser übersichtlichen Vorgehensweise wird es dem Leser sehr leicht gemacht, von einer Geschichte in die andere überzuwechseln um festzustellen, wie alles am Ende zusammen findet. Sehr gut!

Fazit
Das Buch „Wo dein Herz zu Hause ist“ ist keine schwere Kost, sondern eine Lektüre für einen netten Nachmittag auf der Couch. Darüber hinaus strotzt es jedoch von Emotionen und beschert durch das Happy End ein wohlig-warmes Gefühl nach dem Lesen. Durchaus zu empfehlen.

Autor: Anna McPartlin
Buch: Wo dein Herz zu Hause ist
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