Leser-Rezension zu „Armand der Vampir” von Anne Rice
am 22.07.2009
Ich kann meine Enttäuschung von diesem Buch kaum in Worte fassen. Seit Jahren bin ich riesiger Anne Rice-Fan und habe ihre Vampir-Chronik und Hexen-Trilogie mehr als verschlungen. Auch einen Teil der neuen Chroniken fand ich durchaus lesenswert und dann kam dieses Buch...
Dass Rice einen leichten Hang zum Schwafeln und Abschweifen hat, ist Fans mehr als bekannt. Doch bei "Armand" treibt sie das ganze auf die Spitze. Über dutzende von Seiten hinweg passiert eigentlich nichts. Rice verliert sich in ausschweifende Erzählungen über sexuelle Ausschweifungen (bestimmt allein 100 Seiten am Stück im ersten Drittel des Buchs), Begierde, italienische Kunst und Religion, die im Grunde nichts - absolut nichts - mit der Geschichte an sich zu tun haben. Anfangs sind sie noch recht interessant, doch mit der Zeit einfach nur noch nervig. Zusätzlich versucht sie an Stellen Spannung aufzubauen, deren Ausgang der Leser schon von der ersten Seite an weiß.
Eigentlich hat mich der Charakter des Armand immer fasziniert, doch nach diesem Buch ist er mir eher unsympatisch. Irgendwie passen ihre Beschreibungen aus der alten Chronik nicht zu denen in dieser "Biographie". Und auch Marius - eigentlich ja der große, weise, uralte Wächter - wirkt, zumindest am Anfang, wie ein pädophieler Adeliger...
Wenn jemand die wirklichen Qualitäten von Anne Rice kennenlernen will, sollte sich an die alten Chroniken halten. Das sind wirklich Meisterwerke.

