Rezension verfasst vor 3 Monaten
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60 zu 40 - das Verhältnis von Spaß und Langeweile
Vorweg: ich habe noch keine anderen Bücher der Vampirchronik gelesen.
Ich kenne den Schreibstil Rices also nur aus diesem Buch und muss sagen, dass es mir zu 60% großartig gefällt. Genau die 60% des Buches, die andere Leser schrecklich fanden, also das Leben Armands in Venedig.
Die Autorin schwelgt in einem Rausch von Rüschen, Gold und parfumierter Luft. Die Erotik dieses Zeitalters ist, klischeehaft zwar, aber wunderschön und intensiv beschrieben. Dass Marius und Armand eine Liebesbeziehung verbindet finde ich schlüssig, Armand stellt für Marius seine Muse dar und dessen Zwiespalt zwischen Besitzen-wollens und auf-ein-Podest-stellen ist schön ausgearbeitet.
Wer hier einen Roman mit Realismus und finsterer Vampirtragik erwartet greift zum falschen Buch. Der Großteil ist Unterhaltung zum schwelgen.
Der Wehmutstropfen sind, für mich, die andren 40% des Buches. Armand und Marius Wege trennen sich, ab da wird jeder Episode in seinem Leben nicht die nötige Zeit geschenkt. Wo vorher noch Armands kleinste sinnliche Regung und das Muster auf dem Korsett einer Dame beschrieben wurde, rasselt jetzt Jahr um Jahr vorbei, jedesmal nur angerissen und im Groben beschrieben. Viel zu schnell nach dem Sinnesrausch von Venedig. Die Neuzeit scheint Rice nicht so sehr inspiriert zu haben wie die Vergangenheit.
Fazit: schönes, kitschiges, erotisches Buch...zum Teil zumindest. Da jedoch Venedig so ausufernd schön beschrieben ist gibts von mir trotzdem 4 statt 3 Sterne.
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