Leser-Rezension zu „Der Fürst der Finsternis” von Anne Rice
am 6.03.2011
Diese kleine Eigenrezension bezieht sich auf die im Oktober 2008 veröffenlichte Zweitauflage von 'Fürst der Finsternis' beim Goldmann-Verlag, geschrieben von Anne Rice. Zusetzliche Anmerkung: Diese Rezension gilt nur für die erste Hälfte des Buches (ergo: bis Kapitel V: Der Vampir Armand) Lestat de Lioncourt ist ein junges Adelsblut einer längst aussterbenden Monarchie in Frankreich. Zusammen mit seinen zwei Brüdern und seinen Eltern lebt er auf dem Lande, genauer gesagt in der Auvergne. Längst verliert Lestat ein Gefallen am Leben und philosophiert weit darüber hinaus. Der Tod scheint eine magische Anziehungskraft und dennoch etwas so Depprimierendes für ihn zu haben. Eines Tages, als gestandener Mann, trifft er auf einen Kindheitsfreund Nicolas. Mit diesem Wiedersehen beginnt für Lestat wieder ein richtiges Leben. Nicolas, Sohn eines Schneiders in Lestats Heimatdorf, studiert in der französischen Hauptstadt und berichtet Lestat in allen Einzelheiten über das ausschweifende Leben in Paris und die aussterbende Monarchie am Hofe. Lestat beginnt von einem freien Leben in Paris zu schwärmen und beschließt mit Nicolas aufzubrechen und sein Glück zu versuchen. Als Schauspieler an einem kleinen Theater avanciert er schnell zu einem Star am Place du Temple, bis er eines Abends, während einer Aufführung ein Gesicht in der Masse bemerkt, dass ihm seltsam vertraut erscheint. Bereits wenig später wird Lestat genau von diesem Gesichtsträger entführt und gegen seinen Willen zu einem Vampir gemacht. Sein Erschaffer, Magnus, stürzt sich in die Flammen eines Feuers und entflieht somit in den entgültigen Tod. Nun liegt es an Lestat seine Ersterfahrungen als Vampir zu machen und zu lernen mit einem Leben nach dem Tod, einem untersterblichen Leben, umzugehen. Genau das liegt Lestat jedoch sehr gut, da er so angetan von der Idee ist, dem Tod selbst nie ins Auge sehen zu müssen. Das wirklich ausschweifende Leben (speziell mit dem Erbe von Magnus) beginnt und de Liocourt trifft nicht überall auf Zustimmung sein untotes Leben im Lichte der Öffentlichkeit zu führen. Auf den Zentralfriedhöfen von Paris, Les Innocents, hausen die Kinder der Finsternis - abkömmlinge eines Vampirs namens Armand, genauso wie es Magnus einst war. Armand versteht das Leben der Vampir als ein völlig anderes. Er glaubt, dass Vampire Jäger der Nacht sind und sich nicht vor den Augen der Öffentlichkeit zeigen sollten. Derweil pflegt Lestat den Kontakt mit seinem alten Zuhause in der Auvergne, als er erfährt, dass seine Mutter sterbenskrank ist. Mit dem massigen Erbe Magnus lässt Lestat seine Mutter, Gabrielle, nach Paris bringen und verwandelt sie noch am Sterbebett in eine Untote. Gemeinsam um die Häuser ziehend treffen Lestat und Gabrielle, die eine wirklich erotische Mutter-Sohn-Beziehung aufbauen, eines Nachts auf die Kinder der Finsternis. Als sie dann noch erfahren, dass diese Nicolas entführt haben, Lestats wohl inzwischen sehr homosexuell anmutende Liebe, folgen Gabrielle und Lestat den Kindern der Finsternis auf die Friedhöfe Paris'. Dort kommt es zu einer harten Auseinandersetzung und einem schlimmen Disput zwischen Armand und Lestat, die beide die Welt der Vampire anders verstehen und handhaben. Doch damit ist die Geschichte um den Vampir Armand, den Schaffer von Magnus und Anführer der Vampir Unterwelt von Paris, noch nicht erzählt.
Soweit ersteinmal zum Prologe und den ersten 4 Kapiteln dieses Meisterwerks von Anne Rice. Es ist fantastisch und gleichzeitig atemberaubend, welche dramatische Geschichte rund um die Verwandlung zum Vampir gesponnen wird. Ich habe vollsten Respekt vor Anne Rice, als Göttin der Vampirromane. Der Vorgänger, Interview mit einem Vampir, war bereits ein grandioses Werk, doch Fürst der Finsternis als Biographie des Erschaffers von Louis (Interview mit einem Vampir) ist eine geniale Umsetzung einer unkonventionellen Idee. Ein Lesetipp für alle Fans RICHTIGER Vampire und alle die Horror und Liebe, egal welcher Art, miteinander vereinbaren können.

