Rezension verfasst vor 1 Jahr
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Die Geschichte, die in diesem Buch erzählt wird, ist in Tagebuchform verfasst. Die Protagonistin Alice hält ihre Gedanken und Erlebnisse in einem Buch, später auf losen Zetteln fest. Nicht alle Einträge sind datiert, aber sie sind chronologisch angeordnet.
Ich selbst mag Bücher in Tagebuchform nicht so gern. Mir erscheinen solche Berichte immer zu eindimensional. Bei diesem Buch hatte ich außerdem immer das Gefühl, dass man wichtige Erlebnisse und Gedanken von Alice verpasst, weil sie sie nicht festgehalten hat. Ab und zu tauchen plötzlich Namen und Personen auf, bei denen man sich zusammen reimen muss in welchem Zusammenhang sie zu Alice stehen. Das macht diese Geschichte von Zeit zu Zeit sehr wirr.
Die Geschichte spielt Anfang der 70er Jahre in Amerika. Mir wurde dies aber erst durch einen Kommentar am Ende des Buches klar. Obwohl das Geschehene schon 40 Jahre zurückliegt, ist die Thematik immer noch aktuell und könnte problemhaus genauso heute passieren.
Alice Aufzeichnungen zeigen den Zwiespalt, in dem sie sich befindet. Einerseits ist sie vollkommen fasziniert von den Drogen und Trips und den Erfahrungen, die sie damit macht. Andererseits ist sie immer wieder von der Szene und den Drogensüchtigen angeekelt.
Ich bin anfangs davon ausgegangen, dass es sich bei dem Tagebuch um eine wahre Begebenheit handelt. Die Aufmachung, der Stil, alles zeugt davon. Allerdings erschienen mir gerade die Beschreibungen der Erfahrungen mit Drogen nicht besonders authentisch. Ich habe ein wenig im Internet recherchiert und dabei gelesen, dass das Buch nicht von einer Drogensüchtigen sondern von einer Psychologin verfasst worden ist. Angeblich soll es Alice tatsächlich gegeben haben, aber die Psychologin hat wohl noch mehrere Passagen ergänzt. Ich hab nicht besonders lange gesucht und die Quellen sind für mich kaum prüfbar, aber ich empfinde diese Erklärung als glaubhaft. Ich hatte beim Lesen häufig das Gefühl mit einem großen Abstand auf die Geschehnisse zu blicken, obwohl das doch gerade bei einem Tagebuch nicht der Fall sein sollte. Mich enttäuscht das alles ein bisschen, weil man als Leser glauben soll, man liest ein authentisches Schriftstück einer Drogensüchtigen, obwohl das eigentlich gar nicht stimmt.
Trotzdem finde ich, dass dieses Buch eine aufklärende Funktion für Jugendliche haben kann. Zeitweise empfand ich die Drogentrips als etwas zu sehr beschönigt und die Entzugserscheinungen wurden in meinen Augen zu sehr heruntergespielt, aber das Buch zeigt auch die Einflüsse von Freundeskreisen und der Familie auf einen Jugendlichen und den dadurch bedingten Abstieg in die Drogenszene. Dennoch wird dieses Buch wohl nie an Bücher wie z.B. „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ herankommen.
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