Leser-Rezension zu „Die Totenleserin” von Ariana Franklin
am 11.09.2011
Adelia,die Totenleserin,Ärztin aus Salerno wird zusammen mit Simon aus Neapel,einem Ermittler und Mansur,einem Eunuchen,der Adelia beschützen soll nach Cambridge geschickt geschickt,um den Fall von mehreren getöteten Kindern aufzuklären.
Die Juden werden verdächtigt und dem König passt das überhaupt nicht,weil sie seine Haupteinnahmequelle sind.
Prior Geoffrey,den Adelia von einem schlimmen Leiden befreit,hilft den dreien,wo er kann,da er Adelia ins Herz geschlossen hat.
Er besorgt ihr ein Haus und bittet Gyltha,seine ehemalige Haushälterin ein Auge auf die kleine Gruppe zu werfen.
Sir Rowley stellt viele Fragen zum Tod der Kinder und ist sogar bei der Leichenuntersuchung dabei und macht sich somit bei Adelia recht verdächtig.
Als dann aber Simon angeblich tödlich verunglückt,nachdem er herausbekommen hat,wer Motive dafür hat,den Juden die Morde in die Schuhe zu schieben,entwickelt Adelia Gefühle für den eigentlich unsympatischen Mann.Sie wehrt sich,sucht aber auch einen Menschen,dem sie sich anvertrauen kann.Doch lange glaubt sie,die Gefühle seien nur einseitig!
Als sich die Situation dann anspitzt und der kleine Enkel von Gyltha verschwindet und es auch für Adelia brenzlig wird,merkt sie,dass es nicht so ist!
Ich liebe Mittelalterromane.Erstmal,weil mich interessiert,wie die Menschen damals gelebt haben und weil ich bewundere,wie sie ohne Technik überhaupt existieren konnten.
Ich glaub,wir könnten das heute gar nicht mehr auf Dauer!
Ja,und dann war die Emanzipation ja auch noch längst nicht so weit,wie in unserer Zeit!
Frauen,die das Ärztehandwerk betrieben,galten schnell als Hexen und die wurden verbrannt!
Aber Adelia ist so selbstbewusst ... eine verdammt starke Frau in einer schweren Zeit!
Ihr liegen die Kinder am Herzen,die grausam gequält und dann getötet wurden.Sie findet es ungerecht,dass die Juden für etwas verantwortlich gemacht werden,was sie gar nicht getan haben und ist wütend über die Menschen,die sich nicht mehr Mühe geben,um herauszufinden,wer der wirkliche Mörder ist!Sie mochte Simon,weil er sie nicht wie eine Frau behandelte,sondern wie einen gleichgestellten Partner!Als er dann leider getötet wird,empfindet sie Sir Rowley´s Ehrlichkeit und die Art,wie er mit ihr redet,als sehr angenehm ... und als sie merkt,dass sie ihn immer mehr mag,bekommt sie erst Panik,weil sie keine Ärztin mehr sein könnte,wenn sie ihn heiraten würde.
Der Beruf liegt ihr mehr am Herzen als alles andere!
Eine sehr sympatische Frau ... und so wie ich gesehen habe,gibt es noch mindestens einen weiteren Roman,mit ihr!Sicher werde ich den auch noch bei Gelegenheit lesen!
Dieses Buch ist für mich Mittelalterroman und spannender Krimi in einem.
Das pure Lesevergnügen!

