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Vor 5 Jahren
(4)Mit Erich Maria Remarques Weltkriegserinnerungen hat man das Buch von Arkadi Babtschenko über den Tschetschenienkrieg schon verglichen. Das trifft es nicht ganz - an die literarische Qualität von Remarque reicht Babtschenko nicht heran. Trotzdem zeichnet er ein ebenso erschreckendes wie informatives Bild der zwei jüngsten Kriege in Tschetschenien. Als russischer Soldat hat der Autor dort selbst gekämpft und berichtet darum aus erster Hand. Viele Seiten verwendet Babtschenko zunächst auf die Beschreibung der Ausbildung der jungen russischen Rekruten. In den Kasernen gibt es die "Herrschaft der alten Männer", ein grausames System der Unterdrückung junger Soldaten durch ihre dienstälteren Kameraden. Dort kommt es regelmäßig zu brutalen Misshandlungen der Jungen, manche davon enden tödlich. Am Ende der Ausbildung sehnt sich der Autor förmlich danach, dass er endlich ins Kampfgebiet verlegt wird, um den täglichen Schlägen zu entkommen. In Tschetschenien selbst berichtet Babtschenko dann abwechselnd von den Kampfeinsätzen und von dem tristen Leben im Militärlager.
Der interessanteste Aspekt dieses Buches ist sicherlich die psychologische Entwicklung seines Protagonisten - die schleichende Erosion von Empathiefähigkeit kann der Leser hier plastisch verfolgen: während Babtschenko anfangs noch sehr sensibel reagiert auf die Gewaltexzesse in der Kaserne, berichtet er später in wenigen lakonischen Sätzen von grausamen Straf- und Säuberungsaktionen in tschetschenischen Dörfern.
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