Leser-Rezension zu „Ein guter Ort zum Sterben” von Arkadi Babtschenko
am 7.03.2009
Artjom ist Teil einer russischen Gruppe, die ein Dorf in Tschetschenien belagert. Er fragt sich oft, was der Krieg überhaupt soll und kann die grausame Realität nicht begreifen. Der junge Soldat kann auch nicht verstehen, warum seine Genossen keine Gefühle zu haben scheinen.
Ihn plagt der Hunger, seine Blase ist verkühlt. Als die „Tschechos“ angreifen muss er weit laufen, um zu überleben, es sterben einige aus seiner Truppe und aus der russischen Infanterie.
Der Autor, der selber im Militär Erfahrungen sammelte und danach Jura studierte, beschreibt detailliert und mit genau den richtigen Worten, was um Artjom herum passiert und mit ihm passiert. Er entwickelt sich nämlich vom zu Beginn noch kritischen und stark genervten Zwangssoldaten zu einem aggressiven, und schließlich durch riesige Verzweiflung und folgendem Wahnsinn zu einem hasserfüllten, gefühlskalten Zerstörer. Das Buch zeigt, was der Krieg bei Menschen ausrichtet.
Das Buch ist nichts Leichtes, aber unbedingt lesenswert.

