Leser-Rezension zu „Picknick am Wegesrand” von Arkadi Strugatzki
am 1.08.2009
Eine großartige Metapher über das menschliche Gewissen, stellenweise extrem böse, dann auch mal wieder menschlich und gefühlvoll. Der Mensch als die Krone der Schöpfung, als Beherrscher der Welt? Hier wird er zu einer Kakerlake, die sich wie im vergossenem Honig verfängt, zu einem Insekt, welches nicht selbst weiß, was es ist und was es will-oder etwas doch? Ganz tief iim Unterbewusstsein verborgen, schlumert dort vielleicht die wahre Güte, oder ist es doch reiner Egoismus? Hunderte fragen werden hier aufgeworfen und nicht beantwortet, doch ist es nicht Enttäuschung, die einem nach dem Buch bleibt, sondern vielmehr Erkenntnis, eine Anregung zum Nachdenken, zum Verstehen. Ein Buch von ungeheurem philosophischen Tiefgang, bei dem die Zone nur den Hintergrund zu einer krassen Auseinandersetzung mit dem menschlichen Wesen bildet, als Ort, wo der Mensch zu dem wird, was er ist. Oder auch nicht..?

