Rezension verfasst vor 3 Monaten
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Inhalt (Klappentext)
Ein schwedischer Literaturkritiker wird auf dem New Yorker Flughafen auf ebenso ungewöhnliche wie grausame Weise getötet. Die Spur des Täters führt zu einer Mordserie, die 15 Jahre zurückliegt. Paul Hjelm und Kerstin Holm von der Stockholmer Sonderkommission stoßen auf einen ungeheuerlichen Fall.
Meine Bewertung:
Ungeheuerlich ist der zweite Fall des A-Teams wirklich. Ein Serienkiller, dessen Wurzeln in die USA führen, und welcher sich anscheinend jetzt seinen Weg durch Schweden zu bahnen gedenkt. Das sieht auf dem ersten Blick nach Spannung aus, dahinter verbirgt sich aber – wie schon bei Misterioso – mehr als erwartet. Dahl hat sich für das A-Team also nicht nur einen “einfachen” blutrünstigen Mörder aus dem Ärmel geschüttelt.
Spannung findet sich, neben einigen eher erzählerischen Passagen, in denen sich der Leser an die (mir sympathischen) Charaktere annähern kann, bis zum Schluss. Ich hatte zwar zu Beginn eine Vermutung, in welcher Weise die Morde zusammenhingen, die sich auch als richtig herausstellte. Aber wie sich zeigen sollte, war dieser lose Zusammenhang nur ein Bruchteil der Geschichte, die am Ende noch eine überraschende Wende nehmen sollte. Bis dahin hatten sich viele wilde Vermutungen aufgetürmt, ein ganzer Wust an Polizeiarbeit, der eben genauso dazu gehört, wie die Verbrecher zu schnappen und erfolgreich zu verhören.
Der Thriller des Schweden hat mich also nicht nur vom Spannungsmoment überzeugt. Der häufige Wechsel der Perspektive – mal ist man mit Hjelm und Holm unterwegs, dann wieder mit Nyberg und Söderstedt oder Chavez – führt dazu, dass man nicht nur auf den Fall einen neuen Blick gewinnen kann. Gleichzeitig verwebt sich der Job mit privaten Dingen und Gefühlen. So kommen sich Hjelm und Holm in den USA auf unerwartete Weise wieder näher; und Gunnar Nybergs Vergangenheit gerät auch in den Blickpunkt. Es zeigt sich, dass Schweden nicht immer nur depressive Personen sind – zumindest könnte man das ja vermuten, wenn man sich die vielen schwedischen Ermittler aus dem Fernsehen so ansieht.
Besonders gut gefallen hat mir der humoristische und ironische Schreibstil von Dahl, der mir einige amüsante Minuten verschafft hat. So finden sich Sätze wie “Hultin schwang wieder seine mentale Machete durch den Papierdschungel.” (S. 39) oder im Bezug auf Mörners Motivationsreden: “Nach dieser Rede würde kein Wort mehr unschuldig sein. Jedes einzelne konnte zu einer gegen das Herz der schwedischen Sprache gerichteten Mordwaffe werden.” (S. 68). Dahl spielt mit der Sprache als glitte sie wie Sand durch seine Finger. Es macht Spaß, das zu lesen – und es findet sich noch so viel mehr davon. Ich hoffe, dass Dahl das in seinen weiteren Fällen so durchhält, denn er hat meine Erwartungen nach diesem Teil noch weiter in die Höhe schnellen lassen.
Mein Fazit:
“Misterioso” wird von diesem zweiten Fall des Sondereinsatzkommandos weit übertroffen. Die Ermittler gewinnen weiter an Kontur, es zeigt sich erneut, dass keine Handlung allein betrachtet werden kann, sondern immer im Bezug zu vorhergehenden und folgenden steht. Der Fall nimmt einige überraschende Wendungen und auch hier findet sich einiges an Gesellschaftskritik. Dahl schafft es, einen spannenden Serienmörder-Krimi zu formulieren, und sein witziger und markanter Schreibstil sorgen dafür, dass das Lesen auf keiner einzigen Seite langweilig ist. Im Gegenteil: hat man ein Buch beendet, möchte man das nächste eigentlich gleich anfangen.
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