°°^°° Story °°^°°
50 Personen beiden Geschlechts, aber unterschiedlicher Mission sind unterwegs in einem von der UN gecharterten Flugzeug in Richtung Indien. Unter den Passagieren befindet sich auch ein halbwegs erfolgreicher finnischer Journalist, der endlich seine Reportagereise startet. Mit ihm sind noch 26 frauen -Stewardessen, Krankenschwestern und Hebammen – sowie weitere 21 Männer -finnische Waldarbeiter, Ärzte und die Piloten- an Bord. Eine urkomische Truppe in wichtiger Mission, die Hebammen und Krankenschwestern sollen die Inderinnen an die Verhütung heranführen, daher reisen auch ein paar Kisten kupferner Verhütungsspiralen sowie andere medizinische Hilfsmittel im Frachtraum mit. Die Ärzte sollen dieses Vorhaben unterstützen und später Kliniken bzw. Arztpraxen eröffnen.
Die Waldarbeiter hingegen sollen Techniken in Sachen Forstwirtschaft lehren.
Doch es kommt anders als alle denken, mitten über der Südsee gerät die Trident-Maschine in einen heftigen Tropensturm, nur mit Mühe kann der Pilot die Maschine noch in die Nähe einer Insel steuern, bevor der Sturm die Maschine vollends manövrierunfähig macht und diese ins Meer stürzt.
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Dank der Nähe zur Insel können sich beinah alle Insassen retten, lediglich zwei Menschen fielen den Haien zum Opfer. Nicht alle kommen bei der Strandung ohne Blessuren davon. Aber niemand ist ernsthaft verletzt, dennoch ruht man sich erst einmal aus und schmiedet Pläne, wie es denn nun weiter gehen solle, schließlich sind menschliche Bedürfnisse wie Hunger nicht wegzudenken. Man kommt überein, dass man zum Wrack tauchen kann, um dort die Proviantrationen sowie sonst noch nützliche Gegenstände herauf zu holen...
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Damit alles seine geordneten Bahnen läuft, wird beschlossen, ein Oberhaupt -vielmehr ein Gremium- zu wählen. Gesagt getan, eine resolute Hebamme, einer der Ärtzte und der Journalist werden als Oberhäupter gewählt.
Da man nicht den ganzen Tag sich am Strand faul verlustieren kann, wird beschlossen Gruppen zzu bilden, die bestimmte Aufgaben wahrnehmen müssen, so zum Beispiel Nahrung zu beschaffen.... aus Verhütungsspiralen kann man hervorragend Angelhaken herstellen .
Es dauert nicht lange, und diese bunte Truppe ist in der Lage für stetige Nahrung zu sorgen. Langsma macht man sich Gedanken zur Erkundung der Insel, auf einem der Erkundungsgänge entdecken sie in einem Bunker spirituelle Getränke...das Leben kann so lustig sein Im stillen fragt sich ein jeder, wie lange denn der Aufenthalt auf der Insel dauern wird irgendwas müsste man ja anstellen, um die Welt auf sich aufmerksam zu machen, zwar sind nicht alle der selben Meinung, aber eine Abstimmung macht es deutlich...so machen sich 26 Frauen und 22 Männer an die Arbeit....
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°°^°° Meinung °°^°°
Hach, endlich mal wieder einen Paasilinna gelesen, für diesen Autor muss man geboren sein bzw. man muss seinen zynischen Humor mögen, denn dieser ist aus meiner Sicht das Markenzeichen des Finnischen Autors.
Gerne nimmt er in seinen Romanen aktuelle Themen auf die Schippe, oder auch manchmal ganz ironisch sein eigenes Heimatland. Wer sich ein wenig mit den skandinavischen Gepflogenheiten auskennt, wird schnell erkennen, das Paasilinna das nicht immer ganz so ernst meint mit seinen Werken. Aber meines Erachtens ist es genau das, was den Leser vereinzelt auflachen lässt. Dieser teils ironische Humor passt kurioserweise auch immer wieder und ausnahmslos zur Handlung. So auch hier wieder...
...zwar ist die Grundthematik beileibe keine neue mehr: Strandung auf einer Insel. Daran versuchten sich schon Defoe ganz passabel, Chorlton Windsor mit Datumsgrenze auf moderne Art und Weise – um mal ein paar Beispiele zu nennen.
Nun auch Paasilinna auf ironisch-humorvolle Art. Und aus meiner Sicht gekonnt, denn der herzerfrischende Schreibstil bringt einiges mit sich: zwar nicht unbedingt ernst zu nehmenden Tiefgang, sondern eine erquickende Erzählung aus der Ich-Perspektive des gestrandeten Journalisten.
So liest man sich durch die Erlebnisse eben diesen Journalisten und seine Beobachtungen der anderen 47 gestrandeten Personen – sowie das, was sonst noch so in dem immer robusteren Lager passiert. Durch diesen besonderen Erzählstil lernt man auch die unterschiedlichen Charaktere kennen, zwar nicht alle in ihrer Besonderheit, sondern eher oberflächlich, aber ausreichend, um immer wieder beim lesen ins schmunzeln zu kommen. Gerade im Zusammenhang mit der gerade passierenden Szenerie.
Dadurch kommt auch eine gewisse Lebendigkeit zutage, es entwickelt sich beim lesen dann doch ein recht klares Bild vor dem inneren Auge, wie diese bunte Truppe aus Hebammen und gestandenen Waldarbeitern da am Strand vor sich hin experimentiert und versuch, ein halbwegs geordnetes Leben zu führen.
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Langatmig? Keine Spur davon, aber da konnte ich bei Paasilinnas Werken bisher eigentlich nie entdecken, denn das scheint auch nicht sein Ding zu sein. Langatmigkeit findet man bei den Skandinavischen Autoren eh sehr selten. Vorstandssitzung im Paradies ist herrlich auf den Punkt gebracht, prägnant geschrieben, immer und immer wieder tauchen Stellen auf, die den Leser schmunzeln oder auch mal laut auflachen lassen. Hier sind keine überflüssigen Phrasen vorhanden, eher im Gegenteil, erfrischende Ironie, die auch noch Unterhaltungswert mit sich bringt. Klar, man kann das Werk nun nicht mit einem Krimi vergleichen, dennoch ist hier ein gewisses Spannungslevel enthalten, welches das Lesen zu einem Vergnügen macht. Die Spannung wird hier dadurch erzeugt, das sich beim Lesen im Kopf ein Gedankengang entwickelt, wie sich die teils kuriosen Gestrandeten miteinander verhalten, kleine sexuelle Gelüste bleiben bei solch einer Situation ja auch nicht aus ;-) Manchmal hat man recht mit seinen eigenen Gedankengängen, und manchmal ist man überrascht welche Wendungen eintreffen.
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°°^°° Für welche Zielgruppe ist dieses Buch geeignet? °°^°°
Vorstandsitzung im Paradies ist zwar kein Unterhaltungsroman mit Tiefgang sondern eher ein Roman, der entfernt an eine Parodie angelehnt ist, aber dennoch unterhaltsam. Geeignet ist er für alle Leser des leichten Genres, sowie derer, die gerne auch mal schmunzeln.
Alles in allem kann bleibt mir nichts anderes übrig, als hier eine Empfehlung von 5 Sternen auszusprechen.