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Kiara

Vor 2 Jahren

(16)

Inhalt:
Seit seiner Kindheit hört Edward Cohen, wie sehr er seinem Großonkel Adams gleicht. Dieser ist im Krieg spurlos verschwunden, gilt seitdem als schwarzes Schaf der Familie. Doch eines Tages findet er Adams Vermächtnis: Einen Stapel Blätter, adressiert an eine gewisse Anna Guzlowski, auf dem Adam niedergeschrieben hat, was ihn dazu bewegt hat, seine Familie zu verlassen und in den Wirren des Krieges unterzutauchen...

Eindruck:
"Adams Erbe" ist in drei Teile unterteilt: Im ersten lernen wir Edward Cohen kennen, der in der heutigen Zeit lebt. Und genau dieser Teil hat es mir sehr schwer gemacht, in dieses Buch hineinzufinden. Man erfährt viel über Edwards Kindheit, seine verschrobene Verwandtschaft, von den Männerbekanntschaften seiner Mutter und schließlich vom King, den seine Mutter heiraten wird. Dies alles wird zwar teilweise amüsant erzählt, aber dennoch, es konnte mich nicht packen. Ich habe mich die meiste Zeit lediglich gefragt, auf was das eigentlich hinausführen soll. Weder der großartige Erzählstil der Autoren noch die oftmals skurrilen Episoden vermochten mich so recht von sich zu überzeugen.

Doch mit Beginn des zweiten Teils hat sich meine Meinung grundlegend geändert. Denn Edward findet schließlich das Vermächtnis seines Großonkels Adams und man begibt sich auf eine Zeitreise in das Jahr 1938. Hier lernt man den Juden Adam und seine ungewöhnliche Verwandtschaft kennen. Besonders Adams Großmutter Edda Rosenfeld habe ich gleich in mein Herz geschlossen. Diese exzentrische Dame ist eine starke Persönlichkeit, die Adam vieles lehrt, nur nicht das Fürchten. Adam selbst verliebt sich in de junge Anna, die jedoch eines Nachts spurlos verschwindet. Mit gefälschten Papieren macht sich Adam auf die Suche nach ihr, muss dafür aber seine Familie zurücklassen.

Dies alles wird von Astrid Rosenfeld sehr einfühlsam und mit viel Liebe zum Detail erzählt. Man kann sich ein gutes Bild von den einzelnen Personen machen und auch den Nebencharakteren wird genug Aufmerksamkeit geschenkt, dass man sich diese lebhaft vorstellen kann. Die Sprache konnte mich ja schon im ersten Teil überzeugen. Doch im zweiten Teil hat sie mir in Verbindung mit dieser besonderen Geschichte noch besser gefallen. Zudem besitzt die Autorin einen sehr trockenen Humor. Und ich hätte nicht gedacht, dass dieser zu einer so ernsten Handlung passt. Doch da habe ich mich geirrt. Denn dieser Humor war für mich schließlich das sogenannte Tüpfelchen auf dem "i".

Im dritten Teil werden die einzelnen Lebensfäden miteinander verknüpft und verhelfen diesem außergewöhnlichen Buch schließlich zu einem stimmigen, etwas sentimentalen und - passend zum Rest - skurrilen Ende

Fazit:
Auch wenn ich lange gebraucht habe, um in dieses Buch hineinzufinden, so hat es sich schließlich doch gelohnt "durchzuhalten". Denn "Adams Erbe" entfaltet sich nach und nach zu einer ganz besonderen Geschichte über die Liebe in einer grausamen Zeit.

Autor: Astrid Rosenfeld
Buch: Adams Erbe
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