Inhalt:
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In Prag wird ein Geschäftsmann brutal ermordet. Peter Hajek von der Prager Polizei meldet sich bei seinem Freund Tony Braun, der Leiter des Morddezernates in Linz. Braun beginnt sofort zu recherchieren und hat den Geschäftsführer von Royal International, Bogdan Drakovic, in Verdacht seinen Cousin in Prag ermordet zu haben. Da sich Bogdan in zwielichtigen Geschäften nur allzu gut auskennt und diese auch zu dominieren scheint, bekommt Tony Braun bald eine erste Spur.
Meine Meinung:
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Der Anfang gestaltet sich nicht schlecht, da man den ersten Mord aus der Ich-Perspektive des Killers liest. Danach werden einige Personen sehr rasant vorgestellt und noch bevor sich die Person im Kopf manifestiert hat, ist man schon wieder in einem anderen Geschehen. Soweit so gut. Teilweise kommen die Personen aber erst wieder später zum Vorschein und man frägt sich, wer das war. Es trägt zwar zu einem hohen Tempo bei, kann aber mitunter zu Verwirrungen führen.
Es wurde versucht durch ein hohes Tempo den Ereignissen einen flotten Anstrich zu geben, leider passte es nicht so gut. Mir sind einfach zu viele Ereignisse in die Geschichte gepackt, die teilweise konstruiert wirkten. Fast als wären dies Lückenfüller. Man möchte etwas Bestimmtes beschreiben, findet aber keine Erklärung dafür und baut deshalb einen kleinen Vorfall, etc. ein, um so die Kurve zu bekommen. Leider ist mir diese Art die Geschichte anzutreiben zu oft aufgefallen.
Zum einen sind die Personen etwas blass geblieben und agierten mir zu einseitig. Da Tony Braun ja der Hauptdarsteller ist, hätte das Augemerk etwas mehr auf ihm liegen sollen. Im Grunde wurde er mir nur als pöbelhafter Trinker präsentiert. Ich wurde einfach nicht so recht warm mit den Protagonisten und einen richtigen Tiefgang hatten sie nicht. Anna Lange, eine Werbeagenturchefin, zum Beispiel, ging mir leicht auf die Nerven. Erst hat sie auf ihren Vater geschimpft und ihn an dem Selbstmord ihrer Mutter verantwortlich gemacht, um dann wie eine Löwin für ihn zu kämpfen und gleichzeitig damit aber nicht nachvollziehbare Handlungen auszuführen. Von den Charakterzügen, sowie den Handlungen, die die Personen zum Leben erwecken sollen, bin ich nicht so angetan. Es ist irgendwie zuviel reingepackt ohne wirklich etwas zu erfahren. Manches wirkte auch nur angerissen.
Dem Buch hätte der Spruch: Weniger ist mehr, gut getan. Es befinden sich in dem Buch einfach zu viele Baustellen. Gerade am Anfang versteht man nicht, warum Tony Braun sich sofort auf Bogdan einschießt und es erschließt sich mir bis jetzt nicht. Braun versucht ihn mit ganzer Vehemenz zu Fall zu bringen, aber warum? Und warum sollte ausgerechnet Bogdan am Mord seines Cousins schuldig sein? Für den Leser besteht hier keine Verbindung und der Hass auf Bogdan ist auch nicht so nachvollziehbar.
Wie gesagt sind mir in dem Buch zu viele Baustellen, die zwar rasant stattfinden, bei mir aber nur Fragen und eine gewisse Geschichtskonstruktion erkennen lassen. Ich kann auch eine Schwarz-Weiß-Malerei erkennen. Entweder sind die Gebäude in Linz verfallen und nur von Asylwerbern bewohnt, oder es wird der noble Designchic präsentiert.
Die Morde werden schonungslos erzählt und die Autoren haben keine Hemmungen diese auch detailliert zu beschreiben. Ich fand diese gut ausgearbeitet und konnte mit den blutigen Beschreibungen gut umgehen. Ebenso fand ich den Stil gut, man konnte sich die Schauplätze gut vorstellen und die Sprache war flüssig.
Zum Schluss wurde ich wieder etwas milder gestimmt, da die Geschichte nun dort war wo sie sein sollte. Es bedurfte keiner aufwendigen Verstrickungen mehr und der Fokus lag jetzt mehr auf dem Serienkiller, sein Motiv und die Art wie sich die Schlinge zuzieht. Hier kann sich das Autorenteam stark präsentieren und es machte wieder Spaß das Buch zu lesen.
Für mich hätte das Buch wirklich gut werden können, wenn es am Anfang nicht so konstruiert gewirkt hätte. Mit weniger Personen, dem Augenmerk auf die eigentliche Handlung und eine bessere Zeichnung von Tony Braun wäre es echt gut geworden. Da ich mit anderen Handlungssträngen, die zwar auch etwas mit der Geschichte zu tun hatten, und die Personen und deren Hintergrund durchleuchten sollten, etwas überfüllt wurde vergaß ich teilweise, dass sich hier ja ein Serienkiller herumtreibt. Wobei wir eben wieder bei weniger ist mehr gelandet sind.
Die Stärke von dem Autorenteam liegt sicher an einer rasanten Erzählweise, leider bleiben die Personen dabei auf der Strecke und Klischeehaftigkeit macht sich breit. Für ein Erstlingswerk geht es in Ordnung, ich sehe aber noch viel Luft nach oben und denke mir, wenn man es etwas ruhiger angeht und nicht so viele Ereignisse einarbeitet, kann die Geschichte genauso rasant wirken. Sie wird dadurch sicher durchdachter, denn gute Ansätze kann ich darin erkennen. Schonungslose Morde sind nicht alles und können die Geschichte auf Dauer nicht stützen, daher kann ich nur sagen: Weniger ist mehr.
Ich bin aber zuversichtlich, dass das Autoren-Team die Gradwanderung schaffen kann. Die Morde schaffen eine Spannung und das Tempo ist hoch. Leider kann ich aber nur einen Stern vergeben, da ich mit den vielen konstruierten Baustellen nicht so zu recht komme. Dennoch steckt Potenzial darin, es müsst halt noch mehr nach oben gekitzelt werden.