Leser-Rezensionen zu „Vier minus drei” von Barbara Pachl-Eberhart
Rezension verfasst vor 3 Tagen (2)
Ein ergreifendes Buch über den Verlust einer ganzen Familie. Wie man sowas verkraften kann, sowas akzeptieren kann, damit umgehen kann. Und neuen Lebensmut gewinnt, eine neue Partnerschaft eingeht. Eine starke Frau die zurück in ihr Leben findet und beide Seiten verbindet und an ihrem Glauben festhält.
Rezension verfasst vor 1 Monat (10)
vier minus drei - dieses buch begegnete mir ebenfalls im Thalia und ich bin erst eine Weile drum rum geschlichen ehe ich es mitgenommen habe. Ich habe es nicht bereut. Das Buch handelt von dem wohl schlimmsten, was einer Familie passieren kann, das sie auseinander gerissen wird. Die Autorin verliert ihre kleine Familie durch einen schrecklichen Autounfall. Ihr Mann stirbt noch an der Unfallstelle, die beiden Kinder kommen noch ins Krankenhaus wo um ihr Leben gekämpft wird, vergeblich. Der Rest des Buches dreht sich darum, wie die Autorin mit diesem schrecklichen Verlust umzugehen lernt. Das Buch ist sehr ergreifend geschrieben, man kann die Gedanken der Autorin, die Schuldgefühle, das Verlassen sein gut nachempfinden. Das Buch lenkt außerdem das Auge des Lesers auf die wichtigen Dinge des Lebens, es lädt ein zum anhalten, betrachten, wo sonst nur vorbei gegangen wird. Mehrfach habe ich beim lesen weinen müssen bzw war den Tränen nahe. Das Buch hat mich sehr berührt und mich noch lange beschäftigt. Am schönsten finde ich, das die Autorin am Ende nicht einsam und verbittert ist, sondern neues Glück findet und zulassen kann.Damit macht sie allen Lesern Hoffnung, die sich vielleicht in einer ähnlichen Lage befinden.
Denn in der Mitte der Nacht beginnt der neue Tag.
. Sehr zu empfehlen für alle, die selbst grade einen Todesfall hatten oder auch für die, die ihren Blick mal auf das wesentliche lenken wollen.
Rezension verfasst vor 1 Monat (6)
Ja ich habe das Buch leider abgebrochen.
Ich muss sagen, dass es mir wirlich schwer gefallen ist, das Buch nicht zu Ende zu lesen.
Aber ich möchte euch erklären, warum es soweit kam.
Bis ca. Seite 120 habe ich durchgehend geheult... mehr als 20 Seiten am Stück zu lesen war mir sowieso nicht möglich. Zeitgleich habe ich dann zwei andere Bücher gelesen, um mich von der harten Thematik ein bisschen abzulenken. Aber immer wieder kam mir am Abend der Gedanke, ob ich wirklich wieder einsteigen will und meine Gedanken zu Frau Pachl-Eberhart schweifen lasse, einer so mutigen Frau, dass man es kaum glauben kann!
Das Buch lag dann letztendlich zwei Wochen unberührt neben meinem Bett und ich habe mich dazu entschlossen, es auch bei den 120 gelesenen Seiten zu belassen.
Lesenswert finde ich diese bewegende, wahre Geschichte einer Frau, die durch einen tragischen Verkehrsunfall ihre gesamte Familie verliert, allemal!
Rezension verfasst vor 1 Monat (4)
Ich kann für dieses Buch keine Sterne vergeben. Wie kann man denn ein Prädikat vergeben, für ein Buch, in welchem eine Frau und Mutter erzählt, wie sie innerhalb von nur drei Tagen ihre ganze Familie verliert, ihren Mann und ihre beiden Kinder.
Ich meine, es ist schon schwer, den geliebten Mann zu verlieren - aber die Kinder sterben zu sehen, muss die Hölle sein.
Ich habe viele Tränen beim Lesen des Buches geweint - machmal aus tiefem Mitgefühl heraus aber wohl meist bei dem Gedanken daran, dass ich ähnliches erleben und meine Tochter verlieren könnte. Ich wäre daran zerbrochen, das weiß ich - Barbara Pachl-Eberhart ist durch die Hölle gegangen und am anderen Ende herausgekommen.
Diese Rezession schreibe ich in aufrichtiger Bewunderung für eine Frau, die den Tod ihrer Famile überlebt und zurück ins Leben gefunden hat.
Rezension verfasst vor 4 Monaten (3)
Was tust Du, wenn das wichtigste in Deinem Leben plötzlich nicht mehr da ist? Wie kannst Du weiterleben? Wie kann man aus der Trauer Kraft schöpfen?
Mir war wie ich das Buch gelesen habe unendlich schwer ums Herz... auch wie ich die Bilder gesehen habe... man beginnt schon irgendwie zu hadern und sich Fragen zu stellen, warum? Warum nur haben diese beiden entzückenden Kinder nicht weiterleben dürfen? Warum hat der Mann der als Clown soviele zum Lachen brachte nicht weiterleben dürfen?
Auf diese Fragen gibt es nur keine Antworten, sondern nur die Erkenntnis, dass man sein Leben jeden Tag nützen sollte... seine Lieben sooft wie möglich um sich scharen und es geniessen sollte...
Starkes Buch - starke Frau!!
Rezension verfasst vor 4 Monaten (5)
Ich bin schwer beeindruckt von diesem Buch und auch ziemlich überrascht über den Inhalt, der meine Erwartungen bei weitem übertroffen hat.
Ich hatte ein Problembuch erwartet, in dem die Betroffene den Schicksalsschlag beschreibt und beginnt zu verarbeiten - nicht aber ein Buch, in dem eine Frau sich selbst reflektiert, in Frage stellt und quasi ihre Seele offen legt.
Das Buch ist wahnsinnig direkt und ehrlich - und unbeschreiblich mutig. Die Art, in der die Autorin mit dem Verlust ihrer Familie umgeht, ist überraschend positiv, was den ein oder anderen abschrecken mag, mich jedoch fasziniert hat.
Mich haben viele Stellen im Innersten berührt und Tränen in meine Augen gezaubert - das habe ich so noch selten erlebt bei einem Buch. Es waren aber weniger Tränen der Trauer, als viel mehr Tränen der Bewunderung und Anteilnahme.
Sie hat sich Hilfe und Unterstützung gesucht und dann in Anspruch genommen, als sie dazu in der Lage war. Das mag dem ein oder anderen egoistisch vorkommen, ist aber meiner Meinung nach der einzig richtige Weg.
Nach dem Lesen des Buches habe ich irgendwie das Bedürfnis, die Autorin zu beschützen vor Menschen wie dem Taxifahrer, der sie bekehren und bezwingen wollte, dabei kam mehr als deutlich zum Ausdruck, dass sie das gar nicht nötig hat!
Ich wünsche ihr alles erdenklich Gute für die Zukunft.
Rezension verfasst vor 6 Monaten (20)
Wanderbücher wollte ich generell nicht nur "besternen", sondern auch besprechen. Aber dieses hier ist die härteste Nuss in meiner ganzen Lovelybooks-Zeit. Wie soll man das Schicksal, die Erfahrungen und die Tragödie eines anderen Menschen denn bitte bewerten?
"Vier minus drei" ist die wahre Geschichte der Autorin Barbara Pachl-Eberhart, die durch einen Unfall, bei dem sie selbst nicht dabei war, ihre ganze Familie, den geliebten Mann und die Kinder FIni und Thimo, verlor. Kann man jemals mit einem solchen Schicksalsschlag wieder leben können, wieder lebenswerte Gefühle entwickeln?
Die Geschichte kann ich absolut nicht bewerten, denn wer bin ich, das Leben und die Erfahrungen eines anderen Menschen zu bewerten, ja, geradezu zu benoten? Nein, das ist unmöglich. Also was kann ich denn dann bitte beurteilen?
Beurteilen kann und möchte ich sogar die Form des Buches. Es ist nicht chronologisch erzählt, vielmehr springt die Autorin zwischen den Zeiten und Situationen hin und her. Das wirkt authentisch, sympathisch und nachvollziehbar. Man merkt, dass die Autorin dieses Buch aus eigenem Antrieb, für sich und ganz und gar in Eigenregie verfasst hat. Kein "Ghostwriter", der glättet, schleift und vielleicht noch mehr auf die Tränendrüse drückt. Auf diese Weise wirkt das Buch manchmal roh und genau aus diesem Grunde wuchtig und kraftvoll. Denn es ist etwas ganz anderes, wenn eine Frau wie Du und Ich von diesem schrecklichen Ereignis und dessen Folgen erzählt, als wenn ein Schriftsteller hier ein kalkuliertes Schicksal entwirft.
Ich neige ebenfalls dazu, Frau Pachl-Eberharts Mut zu benoten. Den Mut dazu, diese Geschichte zu Papier zu bringen. Wie schwer musste es sein, jeden Morgen aufzustehen und dieses Buch zu verfassen? Auch wenn so etwas helfen mag, einen Schicksalsschlag zu verarbeiten, kommen, so denke ich, dennoch immer wieder die unterschiedlichsten Gefühle hoch, denen es sich zu stellen gilt. Man muss stark sein, um so ein Buch schreiben zu können, aufgefangen werden in einer tröstlichen Welt, in gewisser Weise in sich selber ruhen. Ja, ich benote letztendlich doch einen Teil des Inhalts, und zwar die Person, die hier verarbeitet und leidet. Denn auch wenn die Autorin immer wieder Gründe zum Weiterleben findet und das Leben teilweise sogar wieder genießen kann, ziehen trotzdem immer wieder dunkle Wolken an ihrem Himmel auf.
Dieses Buch hat mich sehr viel nachdenken lassen. Ich habe sehr vieles analysiert, was mir bisher widerfahren ist. Ich habe mit der Autorin geweint und gelacht, und mir war zu jeder Zeit bewußt, dass dies eine Geschichte ist, die das Leben geschrieben hat. Wie ein Regenbogen, der nach dem Regen erscheint, wie das Aufblühen der Wüste nach der Trockenzeit - ein Buch wie eine Katastrophe, die dann doch nicht zerstört, sondern wieder zarte Pflänzchen der Emotionen wachsen lässt, die nach der entsprechenden Pflege wieder fest in der Erde verankert stehen. Ein Buch und ein Schicksal wie eine Naturgewalt - und eine unheimlich starke Frau, eine Autorin, die sich zurück ins Leben kämpft - es gibt hier für mich nichts anderes als die Höchstnote - ganz eindeutig!
Rezension verfasst vor 6 Monaten (7)
Frau Barbara Pachl-Eberhart erzählt in diesem flüssig zu lesenden Buch ihre dramatische Geschichte im Jahr 2008. An Karfreitag, kurz vor dem eigenen Geburtstag verunglückt an einem unbeschranktem Bahnübergang die gesamte Familie: Ehemann Heli, Sohn Thimo (7) und Tochter Fini (2).
Von jetzt auf sofort steht die junge Frau alleine da. Eben noch glükliche Familie, die grade in ein eignenes Haus umzog, die Pläne für die Zukunft hatte, nicht nur Vergrösserung der Familie, sondern auch generell zueinander gefunden hatte, und schon steht man vor den Trümmern: Der ehemann war sofort tot, der kleine sohn reanimiert, aber hirntot, die Tocher mit schwerem Kopf-Hirn-Schaden. Innerhalb der wneigen Tage um Ostern, in denen andere Familien mit kindern mit Osetereier verstecken und -suchen beschäftigt sind, nimmt barbara Abschied: Die Tochter verstirbt, den Sohn gibt sie zum Sterben frei.
Wie verarbeitet man diese Situation? Wie geht man damit um, welche stadien der trauer durchläuft man, wo findet man welche Hilfe? Und wie schafft man es, nach sage und schreibe 4 Monaten eine neue Beziehung Mann zusammen als Berufsclown.
Seltsamer und ungewöhnlicher Beruf, mir persönlich weltfremd, aber offensichtlich so gewinnbringend, dass man davon sehr gut und wohlhabend leben kann.
Und nicht nur das: In diversen Seminaren und Fortbildungskursen für Clowns lernt man eine Menge über Schicksal, Verarbeitung und Grundlagen des Lebens, eingestzt werden die Clowns gerne in Krankenhäusern auf den Todesstationen der Kinder.
Die ist auch die Grundlage für Barbara, den Weg durch die Trauer zu gestalten. Nicht nur, dass sie intensive Träume der Familie nutzt, sie besucht auch Kartenleger, Wahrsager und hört auf die esoterische Stimmen. Der unerschütterliche Glauben daran, dass das Leben und Überleben einen Sinn haben muss, dass es ein Leben nach dem Tod gibt und ihre Familie nach wie vor mit ihr verbunden ist und letzendlich auch die Grundlage des existentiellen "Versorgtseins" und Vorhandensein unzähliger Freunde (nicht nur eigene, auch die von Ehemann und kindern) geben ihr die Kraft und den Leitweg.
Wie soll man ein solches Buch bewerten? Der Inhalt ist dramatisch, eine fürchterliche Tragödie, der Weg in die Zukunft ein sehr persönlicher, einzigartiger, oft kaum nachvollziehender.
Aber ihr hat es geholfen. Das ist doch die Hauptsache. Wie soll man also so einen Weg beurteilen?
Dass ihr Weg nicht mein Weg wäre, dass ich über vieles den Kopf schüttelte, oftmals unverstanden vor den fremden Gedankengängen stand, das ist ja nicht zu bewerten, dafür sind wir Menschen unterschiedlich. Was den einen tröstet, das kann für den anderen entsetzlich sein.
Jedenfalls führt das Buch durch interessante Aspekte des Trauerns, der Esoterik, der Problemlösungen, der Strategien, den eigenen Körper, oder die eigene Seele zu überlisten.
Und zeigt, dass es kein Neuanfang am Punkt X gibt, sondern dass die Übergänge fliessend sind, wann immer man glaubt, die Trauer und das Entsetzen überwunden und "verdaut" zu haben, wird in oft simplen Momenten von einer Art Tsunami-Welle der Trauer erfasst, auch Jahre später noch.
Und entscheidend ist, dass man Ziele erfasst und verfolgt. Barbaras wichtigstes Ziel wurde recht schnell deutlich: Noch bevor sie sich beruflich neu orietieren wollte, stand für sie fest, dass sie einen neuen Partner möchte, eine neue Familie gründen möchte.
Ich wünsche dieser Autorin nach dieser schlimmen Erfahrung alles Gute!
Das Buch ist kein Tröstebuch! Sondern eine biographische Schilderung, eine Art Verarbeitung und Klar-werden über Schritte in einen Neuanfang, und so sollte man es sehen!
Rezension verfasst vor 8 Monaten (6)
Pachel-Eberhardt beschreibt in ihrem Buch einen Schicksalschlag wie ihn nur wenige Menschen erfahren müssen. Sie verliert ihre ganze Familie, Ehemann und zwei Kinder, bei einem Autounfall.
Ich tue mich schwer damit dieses Buch zu bewerten, denn wenn es um die Wahrheit und um das Leben geht, gibt es kein gut oder schlecht. Dieses Buch ist ein Stück Trauerarbeit und eine Beschreibung des Alltags den die Autorin nach dem Verlust erlebt hat. Sie gibt ihre Überzeugungen, ihre Erinnerungen und Hoffnungen preis. Und zu bewerten was ein anderer Mensch fühlt, scheint mir nicht richtig.
Ich kann jedoch sagen, dass es sich lohnt dieses Buch zu lesen. Und selbst wenn man am Ende, nicht alles "versteht" oder jede Ansicht teilen möchte, so bleibt einem zumindest die Erkenntnis, dass man das Leben schätzen sollte, mit all seinen Menschen und jedem Tag wie gut oder schlecht man ihn auch empfinden mag.
Rezension verfasst vor 9 Monaten (8)
Ein Licht ganz am Ende des Tunnels
Ich habe Barbara Pachl-Eberhart, die Autorin dieses zutiefst ergreifenden Buches, im Fernsehen zum ersten Mal kennen gelernt. Sie wurde im Rahmen eines Themenabends zu „Tod und Sterben“ interviewt, und was sie dort sagte und ausstrahlte, hat mich ins Innerste getroffen. Nach der Sendung wusste ich, ich musste mich nach diesem Buch umsehen.
Barbara Pachl-Eberhart ist Österreicherin, und von Berufs wegen beileibe keine Autorin. Bevor der traurige Anlass, dieses Buch zu schreiben, überhaupt entstand, war sie als Klinik-Clown tätig, der todkranke Kinder im Spital besucht, und ihnen Mut macht. Auch ihr Mann Helmut, genannt Heli, war Clown, und die Fröhlichkeit und Zuversicht dieses Berufsstandes scheinen beide geteilt zu haben. Sicher hat sie auch aus dieser Quelle die unglaubliche Kraft bezogen, die sie zu diesem Buch inspirierte.
Was war geschehen? Sicherlich das Fürchterlichste, das sich eine Mutter und Ehefrau vorstellen kann. Am Gründonnerstag 2008 verlor Barbara Pachl-Eberhart bei einem tragischen Verkehrsunfall ihre gesamte Familie. Ihr Mann Heli war mit den Kindern Thimo (7) und Fini (2) im familieneigenen Clownbus unterwegs, und gerade mit diesem für Fröhlichkeit stehenden Fahrzeug überfuhr er einen unbeschrankten Bahnübergang... den Rest kann man sich vorstellen. Heli war sofort tot; Fini verstarb drei Tage später im Spital, und Thimo, der sowieso schwerstverletzt und hirntot war, hat Barbara dann voller Liebe und Akzeptanz gehen lassen, indem sie alle Schläuche entfernen ließ.
Das ist allein noch kein Grund, ein Buch zu schreiben. Aber bereits aus dem oben Gesagten sollte deutlich geworden sein, dass Barbara Pachl-Eberhart eine äußerst ungewöhnliche Frau ist. 5 Tage nach dem Unglück setzte sie sich an ihren Schreibtisch, um halb aus Pragmatismus, halb aus Verzweiflung eine Rundmail an sämtliche Kontakte und Freunde zu schreiben. Darin rekapitulierte sie das Geschehene, schilderte ihre Trauer, aber auch ihre Zuversicht, und warb um Verständnis und Hilfe. Diese Mail hat ihr selber Kraft gegeben, und sie sorgte auch in Österreich für einiges Aufsehen – da sie schließlich auch an berufliche Kontakte, wie Zeitungen, ging. Binnen kürzester Zeit war Barbara Pachl-Eberhart so etwas wie eine lokale Berühmtheit, und sie beschloss, diesen Heimvorteil zu verwenden, um noch mehr Menschen mit ihren Gedanken Mut zum Thema Tod und Sterben zu machen. Ungefähr ein Jahr lang beobachtete sie sich, und schrieb alles (oder so gut wie alles) nieder, was sie erlebte, durchlitt und aufarbeitete. Das Ergebnis ist nun ein Buch, knapp 400 Seiten stark, voller Emotionen, voller Tragik, aber auch paradoxerweise voller Poesie und Einsicht.
Eine so persönliche und dramatische Geschichte hat man eigentlich nicht zu bewerten. Daher will ich meine Rezension auch nur als meinen persönlichen Versuch verstanden wissen, mich mit dem Gelesenen auseinander zu setzen. Wenn ich überhaupt etwas „bewerte“, dann nur das Buch „als Buch“, als in Sprache gekleidetes Produkt. Nicht das hier Geschilderte!
Da wäre zunächst einmal die Struktur des ganzen Buches. Die ist nicht geradlinig, nicht auf Spannung oder Tränendrüsen getrimmt (obwohl man natürlich mehr als einmal zu Tränen gerührt wird, aber das kommt ganz von selbst). Sie folgt auch keinem offensichtlichen Plan. Alles erwächst eher organisch aus dem Trauerprozess, den Barbara Pachl-Eberhart durchlebt hat. Eine grobe Chronologie ist erkennbar. Sie beginnt, sehr flüchtig, damit, wie sie ihren Mann kennenlernte, und wie sie eine Familie gründeten. Gerade genug Worte, um einen Einblick in beide Charaktere zu erhalten, und gerade wenig genug, um keine Intimsphäre zu verletzen.
Es folgt, natürlich, der Unglückstag, die Geschehnisse darum herum, und die besagte und mittlerweile berühmte Rundmail, die in vollem Wortlaut abgedruckt ist. Schon allein dafür gebührt der Autorin meine persönliche Hochachtung! Doch nach diesem Punkt lässt sie sich beim Schreiben völlig von ihren Gefühlen leiten, und das wirkt auf den Leser sehr organisch und natürlich. Sie gruppiert immer wieder etliche Texte zu einem Kapitel, und gibt ihm einen aussagekräftigen, teils auch poetischen Titel. Innerhalb der Kapitel wechseln die Textsorten; es sind teils Tagebuchauszüge, Briefe, Mails, Reflexionen, Träume, aber auch Rückblicke, was damals geschah.
Ich möchte nur einige Geschehnisse beispielhaft erwähnen. Mit zum Eindrücklichsten, was ich je gelesen habe, gehört sicherlich die Schilderung der Beerdigung, der Planung und Durchführung. Barbara Pachl-Eberhart hatte den Mut, gänzlich ihren eigenen Vorstellungen zu folgen, und sich von klassischen Vorgaben zu lösen. Sie nennt es ein „Seelenfest“, und macht daraus eine bunte und fröhliche Feier für drei großartige Menschen, mit denen sie leben durfte. (Hier habe ich zum ersten Mal wirklich geheult!) Ferner erwähnenswert ist die eindringliche Schilderung ihres Weges zurück ins Leben, der sowohl Perioden von Glückseligkeit und Nachdenklichkeit, als auch Depressionen umfasste. Und, letzten Endes, auch eine neue Partnerschaft. Hier habe ich zum zweiten Mal geweint – weil sie nämlich, bevor sie diese neue Partnerschaft einging, ihren Mann Heli mehrfach in ihren Tagebucheinträgen um „Erlaubnis“ bat...
Aber man wird diesem Buch sicher nicht gerecht, wenn man es nacherzählt. Ich möchte lieber darauf hinweisen, was dieses Buch für mich so einzigartig macht. Das sind zum Einen der unglaubliche Mut der Autorin, die Zuversicht, dass alles im Leben einen Sinn hat. Es ist die unverbrüchliche Liebe zu ihrer Familie, die sie nie verlassen hat, und die ihr Kraft über den Tod hinaus gibt. Und es ist der Durchbruch zu einer persönlichen, spirituellen Weltsicht, der – vielleicht – erst durch dieses Unglück möglich wurde. Die Autorin reflektiert gründlich und sensibel über so wesentliche Dinge wie Schicksal, den Sinn des Lebens, die Reise der Seele, und Reinkarnation. Und auch über die Schuldfrage! Sie schreibt sogar einen Brief an den Lokführer, um ihn von allen Vorwürfen zu entlasten! (Tränenquelle Nr. 3 für mich)
Ich habe schon Stimmen von Lesern gehört, die sagten, das Buch sei ihnen stellen weise „arg spirituell“ gewesen. Aber das spricht ja nicht grundsätzlich gegen das Buch! Es schildert eben, so wie es war, den Weg einer Frau, die unvermindert an den Sinn ihrer Existenz glaubt, auch unter widrigsten Umständen. Und wenn eben Spiritualität dazu gehört – wer bin ich denn, das zu bewerten? Im Gegenteil, mich hat das sehr berührt. Alles wirkt authentisch, und unmittelbar aus dem Leben gegriffen.
Die einzige Einschränkung, die ich wirklich machen würde, ist die, dass man das Buch vielleicht besser nicht „verschlingen“ sollte. Es liest sich zwar leicht, und sicher verführt die Dramatik der Ereignisse dazu, schnell ans Ende gelangen zu wollen. Aber damit tut man sich als Leser letztlich keinen Gefallen. Es ist wie bei reichhaltigen Speisen: zu viel und zu schnell verursacht oft Bauchweh. Doch das sind ja die Speisen nicht schuld! Und hier liegt auch der Grund, warum ich doch 5 Sterne vergebe, und nicht, wie im ersten Moment der Selbstbefragung, nur 4. Denn genau das war mein Fehler. Ich hatte es eben verschlungen, und fühlte mich danach ein wenig überfahren, vielleicht auch übersättigt. Aber nun, einige Tage danach, kann ich nur sagen, dass dies eines der Bücher ist, die ich nie, niemals, in meinem Leben vergessen werde. Es wird bei mir bleiben, und wird mich weiter mit Hochachtung erfüllen für eine Frau, die aus ihrem Unglück ein großes Glück gemacht hat – nämlich das Glück für uns Leser, an ihrer Weisheit teilhaben zu dürfen.










