Leser-Rezension zu „Kamfu mir helfen?” von Barbara Schmidt
am 2.04.2009
Was macht ein Rüsselträgertier, wenn sich in seinem Rüssel ein Knick befindet? Natürlich, es sucht andere Rüsseltiere auf, um sich helfen zu lassen. Dieses wunderbare und bezaubernde Kinderbilderbuch begleitet den „geknickten“ Elefanten auf der Suche nach einem Ausweg aus diesem Dilemma. Weil er eben einen krummen Rüssel hat und dadurch einen Sprachfehler, fragt er als erstes den Ameisenbär: „Kamfu mir helfen?“ Der Ameisenbär hatte auch schon mal Probleme mit seinem Rüssel, auch das Schweinchen, das natürlich ebenfalls gefragt wird: „Kamfu mir helfen?“ Beide haben viele Ratschläge, doch leider hilft keine dieser gut gemeinten Hilfestellungen. Erst die kleine Fliege, ebenfalls ein Rüsselträger, weiß Rat.
Diese frische und lustige in Versform gehaltene Geschichte hat das Zeug zu einem neuen Kinderbuchklassiker. Die dialogreiche Geschichte nimmt stets überraschende Wendungen und ist somit für jedes Kind und für jeden Erwachsenen eine schöne Abwechslung.
Neben dem witzigen und gar nicht abgedroschenen Text ist dieses Buch aber auch eine Augenweide in Sachen Illustration. Die multimediale Inszenierung von Fotos, Zeichnungen und Abbildungen aus dem Trickfilmsektor wecken mit Sicherheit bei jedem Kind Fantasie und Neugier. Man merkt hier sofort den Einfluss des genialen Zeichners Wolf Erlbruch und dennoch haben diese Bilder einen ganz eigenen Charakter. „Kamfu mir helfen“ ist ein wunderbares Kinderbuch über Fehler, die man macht, über Freundschaften und Gleichgesinnte, über den Trost, der in gegenseitiger Hilfe steckt und über die Tatsache, dass es für jedes Problem eine Lösung geben kann, mag es anfangs auch noch so schwer wiegen. Das unkonventionelle Bilderbuch wird die Kinderzimmer genauso erobern wie „Der kleine Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat.“

