Leser-Rezension zu „Bitteres Geheimnis” von Barbara Wood
am 18.07.2010
„Bitteres Geheimnis“ erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, das schwanger wird. Im Grunde ein Vorgang, der täglich wohl tausende junge Mädchen betrifft. Doch die siebzehnjährige Mary leugnet hartnäckig jeglichen Kontakt zu einem Mann – und auch die ärztliche Untersuchung bestätigt ihre Jungfräulichkeit. Die verschiedenen Seiten dieser geheimnisvollen Schwangerschaft werden beleuchtet – und zwar seitens der katholischen Kirche durch Pater Crispin, seitens des behandelnden Arztes, Dr. Jonas Wade, seitens der streng katholischen Familie des Mädchens und nicht zuletzt seitens ihres Freundes, Mike Holland. Ich muss gestehen, dass mich der Inhalt verwirrte. Einerseits liefert Dr. Jonas Wade mithilfe gründlicher Recherchen plausible Erklärungen, andererseits lässt mich das Ende der Geschichte völlig ratlos zurück. Ich habe zwar die letzte Seite dieses Buches gelesen, weiß aber nun im Grunde nicht mehr, als zu Beginn des Buches. Gibt es eine Erklärung für diese Schwangerschaft? Wenn ja – wie lautet sie? Was ist wahr, was falsch? Zugegebenermaßen war Barbara Wood sehr bemüht, das Umfeld und die Protagonisten detailliert zu zeichnen – jedoch hat sie diesen positiven Eindruck für meine Person mit diesem „offenen Ende“ zunichte gemacht. Das Buch löst Gefühle im Leser aus, man leidet mit, hofft und bangt, und plötzlich, mit der Geburt des Kindes, ist die Geschichte zu Ende. Wie es nun wirklich war, was weiter mit dem jungen Paar und dem Baby passieren wird, wie der Arzt und der Priester, ja wie auch die Familie sich weiter verhalten wird – das alles bleibt im Dunkeln. Schade. Ich hätte mir mehr erwartet.

