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Vor 2 Jahren
(36)Deutsch kann auch Spaß machen
Dieses Buch beinhaltet die gesammelten Artikel der Spiegel-Online Kolumne „Zwiebelfisch“. Bastian Sick hat es sich im Mai 2003 zur Aufgabe gemacht gegen falsches Deutsch und schlechten Stil ins Gefecht zu ziehen. Dabei allerdings nicht, laut eigener Aussage, als desillusionierter Sprachzyniker sondern als ironischer Geschichtenerzähler. So bringt Sick dem Leser Artikel für Artikel die größten Missverständnisse der deutschen Sprache unterhaltsam näher und sagt wie’s richtig geht.
„Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ ist definitiv, wie es der Untertitel verspricht, „Ein Wegweiser durch den Irrgarten der deutschen Sprache“. Vom missachteten Genitiv, über verwirrende „Apostroph’s“ und einen Haufen „Binde-Striche“ bis hin zum „Ultra-Perfekt“ versteht es Sick auf sehr unterhaltsame Weise die Sprachverwirrungen der Deutschen zu beleuchten.
Jeder Artikel verweist auf ein anderes Problem und dabei wird es nie langweilig. Man wägt sich in dem Glauben zu wissen wie unsere Sprache funktioniert, doch man entdeckt hier vieles, das man vielleicht in der Schule mal gelernt aber einfach vergessen hat. Womöglich hört man vieles auch zum ersten Mal. Auf jeden Fall hatte ich beim Lesen häufiger einen „Aha-Effekt“ und habe nach der Lektüre einiges dazu gelernt. Vor allem musste ich mit Entsetzen feststellen, wie viel ich doch manchmal falsch mache.
Das Zwiebelfisch-Abc im hinteren Teil des Buches ermöglicht es einem dann noch gezielt nachzuschlagen. Für Zwischendurch ein wirklich sehr empfehlenswertes Buch. Man kann es natürlich auch einfach am Stück lesen. Jedoch ist von letzterem abzuraten, da Sick schon eine sehr spezielle Art hat seine Sichtweise vorzutragen. Er möchte zwar kein Sprachzyniker sein, wirkt aber dennoch so, als drohe er immer mit dem erhobenen Zeigefinger. Dadurch kommt er etwas arrogant rüber und manch einer mag sich durchaus beleidigt fühlen, aber wenn man die Lektüre zwischendurch in den vorgesehenen Abschnitten liest, dann macht das Buch wirklich Spaß und man lernt auch noch etwas dazu.
Für mein Empfinden hätte Sicks Buch aber noch besser sein können, denn letztlich hat jeder Artikel den gleichen Unterton und das kann schon nerven, wenn man zu sehr darauf achtet. Der Autor hätte vielleicht einen anderen Standpunkt einnehmen müssen. Einfach mehr den ironischen Geschichtenerzähler, den er eigentlich auch vorhatte darzustellen.
Fazit: Deutsch kann auch unterhaltsam sein. Ein gutes Beispiel hierfür liefert Bastian Sick mit seinen „Zwiebelfisch-Kolumnen“. Unterhaltsam, verständlich und nie langweilig hat man hier einen Wegweiser zur Hand mit dem man sich mutig in die Wirrungen unserer Sprache stürzen kann. Mit Sick macht Deutsch wieder Spaß, wenn man ihn nicht allzu ernst nimmt.
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