Das Buch wird aus zwei Ich-Perspektiven erzählt. Die eine ist Blue, eine junge Amerikanerin aus Las Vegas, die ein Jahr als Au Pair zu den Zeltners in den Odenwald kommt. Der andere Erzähler gibt sich lange Zeit unerkannt, berichtet aber von Taten und Gedankengängen, die dem Leser zunächst einen gehörigen Schauer über den Rücken jagen.
Jedem Kapitel ist ein Ausschnitt aus einem Brief vorangestellt, indem jemand bei einer anderen Person Abbitte leistet. Wer er ist und was er getan hat, klärt sich dann erst auf den letzten Seiten auf.
Blue entscheidet sich für ein Jahr Au Pair in Deutschland, genauer in Weitersheim, ein kleines Dorf im Odenwald, während es ihre Freundin Vicky in die Weltstadt Paris zieht. Doch Blue hat einen ganz bestimmten Grund nach Weitersheim zu kommen, denn hier lernte ihre Großmutter vor über sechzig Jahren ihre große Liebe Georg kennen. Doch anders als geplant folgte Georg ihr nicht in die USA, sondern ist seitdem vom Erdboden verschwunden. Blue macht sich auf die Suche nach ihrem Großvater.
Allerdings hat die sympathische Blue alles andere als einen guten Start in Deutschland, denn ihre Gastfamilie scheint ein schlimmes Geheimnis vor ihr zu hegen, die Leute im Dorf behandeln sie wie einen Eindringling und ein Unbekannter schleicht heimlich um und im Haus der Zeltners herum.
Auch nicht ganz geheuer sind Blue die beiden Jungs, Felix und Julius, die sie in Weitersheim kennen lernt und die beide zwar um ihre Gunst kämpfen aber auch ein Geheimnis vor ihr zu haben scheinen. Einzig die beiden Kinder Benny und Mia haben es Blue wirklich angetan, auch wenn sie gesundheitlich etwas pflegebedürftiger zu sein scheinen als andere Kinder.
Mühsam hat die Autorin ein geschicktes Gebäude rund um die Geschichte aufgebaut, das gegen Ende leider zusammenbricht wie ein Kartenhaus. Die Personen sind sehr schön beschrieben, nicht mehr als nötig werden in die Story eingebaut. Der Gruselfaktor ist definitiv gegeben, nicht nur durch den mysteriösen Erzähler, sondern auch durch die Verhaltensweisen der Gasteltern und der Leute im Dorf. Es laufen immer zwei Handlungsstränge parallel nebeneinander her, Blues Suche nach dem verschollenen Großvater und dann die Ereignisse rund um die Familie Zeltner. Beide mit dem Potential, das Buch zu einem echten Jugendthriller Highlight zu machen. Nachdem sich jedoch ein Handlungsstrang beginnt aufzuklären, verpufft der andere völlig und die eigentliche Thematik des Buches schwindet dahin. Warum das Buch LiebesFLUCH genannt wurde, hat sich mir nicht ganz erschlossen, denn mit einer verfluchten Liebe, Magie oder Zaubererei hat dieser Plot rein gar nichts zu tun. Dabei wäre genug Potential da gewesen, (Stichwort: der Brunnen im Wald) um die Geschichte mit einem schöneren Ende abzuschließen und in sich etwas geschlossener zu gestalten.
Letzten Endes ein Jugendthriller ohne großes Gemetzel oder Psychohorror, mit einem viel versprechendem Aufbau und einem schwachen Schluss, der dann noch mit vielen unnötigen Details verziert wird. Von mir gibt es gut gemeinte drei Sterne für die Idee, die ausgereiften Charaktere und die Tatsache, dass das Buch in meiner Nähe spielt ;)
Einige Zitate aus dem Buch
Kann es sein, dass die Leute hier in Deutschland alle ein bisschen irre sind? Oder habe ich irgendwelche ungeschriebenen Gesetze gebrochen?
S. 43