Rezension verfasst vor 2 Jahren
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Normalerweise mag ich solcherart Bücher nicht und mache generell einen großen Bogen um sog. zeitgenössische Literatur. Oft gibt es in solchen Büchern ja viel Gerede um nichts und der Leser langweilt sich währenddessen zu Tode (manche Schriftsteller scheinen ihre Bücher sowieso nur für sich selbst zu schreiben, behaupte ich mal ganz frech).
Benedict Wells hebt sich jedoch sehr positiv von all diesen Autoren ab. Er erzählt die Geschichte eines jungen Mannes namens Jesper Lier, der sein Leben allein in Berlin fristet. Eigentlich will er ja Schriftsteller sein, aber mit dem Schreiben klappt es nicht so ganz und auch ansonsten sind Jespers Zukunftsaussichten eher schlecht. So rettet Jesper sich aus einer Depression in die nächste - aber zum Glück sind da ja seine Freunde Frank und Günther, die versuchen, ein wenig Leben in den alten Knochen zu bringen.
Es ist schon interessant, wie gut Wells es schafft, eine so alltägliche Geschichte spannend zu erzählen. Obwohl mich Jespers Depressionen gelegentlich genervt haben, fühlte ich mich von diesem Buch sehr gut unterhalten, wozu vor allem Wells toller Schreibstil beitrug. Die ganze Geschichte strotzt vor Humor und interessanten Charakteren, die es schaffen, dass alltägliche Großstadtleben aufzupeppen. Gut, wirkliche Ahnung vom Ablauf eines Studiums scheint Wells nicht zu haben und zur Recherche reichte seine Lust wohl nicht aus (sorry, das musste sein), ansonsten schafft er es aber, eine realistische und authentisch wirkende Geschichte zu erzählen.
Letztendlich hat mir das Buch gut gefallen und vor allem Wells Humor macht wirklich Spaß.
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