Rezension verfasst vor 3 Jahren
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Man kann es förmlich riechen...
Das Parfum von Patrick Süskind ist wahrscheinlich der größte literarische Erfolg aus deutscher Feder in den Achtzigern gewesen. Monatelang befand er sich an der Spitze der Spiegel-Bestsellerliste und selbst nach einigen Jahren war das Buch dort noch unter den Top 10 vertreten. Dies spricht schon einmal für die Lesbarkeit und Unterhaltsamkeit des Buches. Macht es das allein zu Literatur? Sicher nicht, doch der Ritterschlag von Marcel R.R. folgte wenig später.
Das Buch ist auf höchstem Niveau geschrieben. Die Beobachtungen, die Süskind wiedergibt, sind nicht nur durchweg interessant und erhellend, sondern darüber hinaus mit einer unbeschreiblichen sprachlichen Eloquenz zu Papier gebracht. Seit Thomas Mann hat es wohl nur wenige deutsche Literaten gegeben, die die deutsche Sprache auf derart schöne Weise einzusetzen verstanden.
Außerdem hat sich der Autor auch noch den richtigen Roman zu seinem Namen einfallen lassen. Das Parfüm ist süß und die Frucht, aus der es gemacht ist, die eines Kindes. Sehr beeindruckend und fantastisch ist die Tatsache, dass die Hauptperson selber ohne Geruch ist und dafür umso mehr Gerüche erkennen und trennen kann. Sein Lebenswerk fesselt den Leser vom Anfang bis zum Ende. Gewisse Erotik liest sich zwischen den Zeilen und lässt den Leser praktisch "riechen".
Beschrieben wird das Leben der Hauptperson von Anfang bis Ende. Das Buch ist ein einziger Geruch, der sich durch die Zeilen schlängelt und am Ende praktisch explodiert.
Wir benutzen unseren Geruchssinn täglich, denken aber nicht weiter darüber nach. Patrick Süskind lässt uns den olfaktorischen Sinn von einer anderen Seite sehen. Er ist ein Meister der spitzfindigen, treffenden Formulierung. Dieses Buch ist für mich eines seiner Meisterstücke.
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