Leser-Rezension zu „Rabensturm” von Bernhard Hennen

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halbbluthobbit halbbluthobbit
Verfasst von halbbluthobbit
am 29.07.2010
 

Als der Sklave Omar seinem Herrn in der Wüste das Leben rettet, belohnt ihn dieser voller Dank mit der Freiheit und zahlreichen Ländereien. Auf einem Fest zu seinen Ehren tanzt auch die Tochter seines Herrn, die schöne Melikae, die Omar schon lange begehrt. Doch als er ihre Vater um ihre Hand bittet, wirft man ihn mit Schimpf und Schande in den Kerker.
Melikae unterdessen nutzt die Gelegenheit, ihrem Vater und einem drohenden Heiratsversprechen zu entkommen, indem sie Omar heimlich befreit, und zusammen mit Melikaes Zofe Neraida und ihrem Leibwächter Fendal fliehen die Beiden in die Wüste.

Als großer Fan des DSA-Rollenspiels hatte ich mich unglaublich darauf gefreut, einen so dicken Schmöker zu lesen, der sich damit beschäftigt. Und dann auch noch von Bernhard Hennen! Ich bin aber bitter enttäuscht. Die Charaktere haben überhaupt keinen Tiefgang, von Beginn an hab ich mehr als einmal die Stirn gerunzelt, angesichts des Friede-Freude-Verkupplungs-Schemas. Plötzlich entdecken Melikae und Omar ihre Gefühle füreinander, natürlich eine unglaubliche, unsterbliche Liebe und damit sie sich nicht einsam fühlen, fangen Neraida und Fendal auch noch gleich etwas miteinander an. Die Geschichte wird aus der Gegenwart erzählt und in Form der Wiedergabe durch einen Geschichtenerzähler, weit nach der Zeit von Omar und Melikae, reisen wir als Leser durch die Vergangenheit. Leider ist der Part in der Gegenwart und die Rolle des Märchenerzähler wesentlich schöner und glaubwürdiger geschrieben als der eigentliche Hauptteil. Zwar überschlagen sich die Ereignisse und an Spannung mangelt es nicht, trotzdem bleibt die Geschichte ohne Ecken und Kanten. Es scheint, als würde Hennen von einer Verwicklung in die nächste stürzen, ein bisschen weniger Hektik hätte der Geschichte allerdings gutgetan. So wirkt es nur verwirrend und unglaubwürdig, was ich wirklich bedauere.

Da die einzelnen Bücher schon einmal erschienen sind und hier lediglich nochal unter neuen Titel zu einem Sammeband zusammengefasst, merkt man, dass es sich nur um die Gelegenheit handelt, mit der Neuauflage ein paar Tantiemen einzufahren. Zuvor hätte Herr Hennen sich aber nochmal die Zeit nehmen sollen, das Buch zum Lektorat zu tragen und zu überarbeiten, so wäre bestimmt eine schöne neue Version daraus geworden.

Ich jedenfalls bin froh, dass ich es nur geliehen und nicht gekauft habe, das Geld wäre es mir nicht wert gewesen. Mehr ein Teenieroman als etwas für erfahrenere Fanatsyleser wie mich, wo es schon ein bisschen was braucht, um mich nochmal zu entflammen.
Daher nur zwei von fünf Sternen.

 

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Bernhard Hennen

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