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Titel: Scherbenmond
Originaltitel: Scherbenmond
Autor: Bettina Belitz
Seitenzahl: 686
Verlag: script5
Erschienen: 10. Januar 2011
ISBN-13: 978-3839001226
Preis
Gebunden: 19,95€
Klappentext:
Ich bin wie die See. Ich werde mich über dich erheben und dich umfangen, wenn alle Brücken zerstört sind. Komm zu mir, in die Welt des Wassers. Hier ist niemand außer uns. Wir werden uns ganz nah sein. Und selbst in deinen tiefsten Träumen werde ich dich niemals loslassen.
Längst ist der Sommer vergangen, der Elisabeth Sturm die Augen öffnete für die gefährliche Welt der Mahre, der Sommer, in dem sie sich in einen von ihnen verliebte. Seit Monaten ist Colin nun verschwunden und Ellie quält sich durch einen nicht enden wollenden Winter. Die Tage tröpfeln gleichförmig vor sich hin, in den Nächten dagegen wird Ellie von Albträumen heimgesucht, die sie verstört zurücklassen. Um auf andere Gedanken zu kommen, quartiert Ellie sich bei ihrem Bruder in Hamburg ein. Doch sie erkennt Paul kaum wieder: Er wirkt erschöpft und gehetzt und scheint etwas vor ihr zu verbergen. Je mehr sie in Pauls Welt eintaucht, desto deutlicher überkommt Ellie ein Gefühl der Bedrohung und plötzlich weiß sie nicht mehr, wem sie noch trauen kann. Sie ahnt nicht, dass ihre Sorge um Paul und ihre Liebe zu Colin sie tiefer verletzen könnten als der abgründigste Traum …
Rezension:
Der Anfang dieses Buches hat mich jetzt nicht unbedingt umgehauen. Ich fand es irgendwie nicht so wirklich spannend. Es wurde dann aber immer besser und bis ungefähr zur Mitte des Buches blieb es auch so, obwohl das "überraschende Ereignis", was dann kam für mich nicht überraschend kam, was ich irgendwie schade fand. Das man davor schon diese Ahnung hatte, was rauskommt (entschuldigt die Ausdrucksweise, aber ich will nicht spoilern), hat der Spannung davor keinen Abruch getan.
Ab der Mitte des Buches, nach dem "überraschenden Ereignis" wurde es für mich dann immer verwirrender und verwirrender, was aber auch richtig so war da auch Ellie verwirrt war. Schade war nur, dass ich mich nicht so gefühlt habe, als würde ich mich MIT Ellie verwirrt fühlen, da ich auch ihre Handlungen nicht wirklich verstanden habe. Irgendwie hat ihr Charakter in sich Widersprüchlichkeiten und sie ist ganz schön zickig geworden, was ich nach der Auflösung aber verkraften konnte. Insgesamt war das dann eher ein ziemlich gutes Stilmittel, auch wenn es mir zwischendurch ein wenig die Spannung genommen hat, weil ich ZU verwirrt war. Man hat sich so verwirrt gefühlt wie Ellie, aber eben auch gesehen, wie die anderen sie sehen, was bei Erzählungen aus der Ich-Perspektive ja nicht immer unbedingt der Fall ist.
Hier hat mir vor allem Gianna gefallen. Ich fand ihren Charakter toll. Sie hat dauernd ausgrdrückt, was einem so beim Lesen durch den Kopf gehen könnte. Ich fand zwar, das der Edwardvergleich auch einmal gereicht hätte, aber gut :D, ist ja nichts schlimmes.
Außerdem war Tillmann mal wieder total toll, er hat Ellie unterstützt, wo es nur ging, obwohl sie ihn so angezickt hat (nicht ohne Grund, aber das spielt ja keine Rolle, also er hat ihr auch nicht ohne Grund geholfen) und hat sich einfach nur gut benommen.
Paul ist eigentlich auch ein sehr guter Mensch, wenn man mal von seinen Verhaltensstörungen absieht, die ja auch ihren tieferen Sinn haben.
Kommen wir zu Colin. Ich finde Colin hat einen ziemlich guten Charakter. Allerdings nervt es mich manchmal, wie er dauernd schon weiß, was Ellie überhaupt machen will. Dafür schämt sich Ellie nämlich manchmal und ich muss mich dann mitschämen xD.
Das Buch war meiner Meinung nach viel düsterer als Splitterherz. Da lernt man die Mahre erst kennen und dann verlieben sich Colin und Ellie ja erst und sie sind die meiste Zeit des Buches eher glücklich. Im zweiten Buch ist Ellie dauernd wütend auf Colin, was ich zwar manchmal wie gesagt nicht verstanden habe, aber auch total notwendig für die gesamte Handlung des Buches war. Aber zurück zum düsteren. Der Mahr, der in diesem Buch vorkam, hat es viel besser als Tessa geschafft, mich zu beunruhigen. Und die Szene am Schluss war so EKLIG. Bähh!! Wenn man sich das beim Lesen so ein bisschen bildlich vorstellt (wie ich), dann wird einem wirklich ziemlich schlecht. Ich hoffe dieses Gruseln wird auch noch ein bisschen auf Tessa übertragen, vor der ich irgendwie immer noch nicht so richtig Angst habe.
Die Grundidee des Buches finde ich immer noch total gut. Wie lahm sind denn Vampire, die dir nur das Blut aussaugen (das ja auch wieder nachkommt, wenn man nicht gleich ganz ausgesaugt wird) xD? Auf jeden Fall sind Nachtmahre echt viel schlimmer, weil sie ja wirklich deine schönen Erinnerungen und Gefühle aussaugen. Erinnert euch das auch so an Dementoren? Gruselig... Ich würde mir auf jeden Fall lieber Blut abnehmen lassen, als schöne Erinnerungen von mir herzugeben...
Den Schreibstil fand ich ein bisschen besser als im ersten Band. Der Humor war eigentlich so ziemlich genauso wie im ersten Buch. Wer den also mochte, kann sich auch im zweiten Buch darauf verlassen.
Fazit:
Insgesamt durch den lahmen Anfang und die kurze Spannungsabnahme nach der Mitte des Buches nur ein gutes Buch. Ich fand es vor allem durch das viel gruseligere Ende besser als Splitterherz.
(7/10)