Leser-Rezension zu „Splitterherz” von Bettina Belitz
am 4.02.2012
Gerade erst in Köln eingelebt, muss Elisabeth Sturm nun wieder umziehen. Ein kleines Dorf mitten im Westerwald, nur umgeben von weitläufigen Feldern und Wäldern, soll ihr neues Zuhause werden. Doch während ihre Eltern mehr als begeistert sind von der ländlichen Atmosphäre, kann sich Ellie nicht mit dem Gedanken anfreunden, hier die letzten eineinhalb Jahre ihres Abiturs zu verbringen. Die 17-Jährige, die sich selbst als etwas anders ansieht und eigentlich ständig mit ihren Haaren kämpft, beschließt deshalb, einfach nur durchzuhalten, bis sie endlich das Elternhaus verlassen kann. Schon die Erfahrungen am ersten Abend nach dem Umzug bestätigen sie bei ihrem Vorhaben. Von ihren Eltern dazu verdonnert, Begrüßungskarten bei den Nachbarn zu verteilen, hat sie eine Begegnung der sonderbaren Art, die sie jedoch ihrem übermüdeten Gehirn zuschreibt. Auch der nächste Tag scheint keine Besserung bereitzuhalten, als sie bei einem Spaziergang durch den Wald von einem Gewitter überrascht wird und sich einen Unterschlupf suchen muss, welcher sich jedoch als ebenso gefährlich erweist, wie das Gewitter selbst. Doch noch bevor sie gedanklich mit ihrem Leben abschließen kann, wird sie von einem mysteriösen jungen Mann auf einem Pferd gerettet. Damit beginnen für Ellie die merkwürdigen Träume, die sich mehr als nur real anfühlen… Immer wieder begegnet ihr ihr geheimnisumwitterter Retter, welcher sich als Colin Blackburn vorstellt. Während er zunächst recht arrogant zu sein scheint, kommt Ellie trotzdem nicht umhin, sich einzugestehen, dass sie seine Gesellschaft mag… Als Colin sie eines Abends nachhause fährt, kommt es zum Eklat zwischen ihm und Ellies Vater. Plötzlich eröffnet sich Ellie ganz neue Welt, die sie vorher nie für möglich gehalten hätte und mit der sie mehr verbindet, als sie hätte ahnen können….
Durch reinen Zufall fiel mir Bettina Belitz‘ Buch, Splitterherz, in die Hand. Ich entdecke es bei einem Kaffeeklatsch mit einer Freundin in deren Bücherregal und war von der Kurzbeschreibung auf dem Klappentext so angetan, dass ich es mir sofort ausleihen musste und gleich zuhause angekommen, begann es zu lesen. Von der ersten Seite an war ich wie gefesselt. Obwohl anfangs nicht sonderlich viel passiert, schafft es die Autorin mit ihrer Schreibweise die Spannung aufzubauen und beizubehalten. Es bereitete mir auch keine Schwierigkeiten, mich in die Protagonistin, Ellie, hineinzuversetzen, die trotz ihrer Andersartigkeit, einfach nur eine junge Frau ist, die versucht ihren Platz im Leben zu finden. Mal abgesehen davon, kann ich ihre Haarprobleme mehr als nachvollziehen…
Natürlich war ich von der Beschreibung Colins begeistert und habe mir gedanklich diesen außergewöhnlichen Mann zusammengebastelt….hach…. Ja, ich war hin und weg….
Ich brauchte nur zwei Tage, dann hatte ich die 630 Seiten durch. Lesepausen erlaubte ich mir nur, um zu essen, zu schlafen und anderen menschlichen Bedürfnissen nachzukommen. Einmal angefangen zu lesen, musste ich einfach wissen, wie es weiter geht.
Splitterherz war das erste Buch seit den Tributen von Panem, dass mich wieder so mitgerissen hat.
Wer jetzt allerdings glaubt, hier eine Liebesgeschichte à la Twilight zu finden, irrt gewaltig!
Bettina Belitz, deren Bücher bei script5 erschienen sind, schrieb auf ihrem Blog, dass sie sich ganz klar von der Jugendbuchszene abheben möchte und die Splitterherz-Trilogie eher für junge Erwachsene gedacht ist.
So ist es nicht verwunderlich, dass die Charaktere sehr tiefgründig sind und durchaus ernstere Themen angeschnitten werden.
Alles in allem kann ich nur noch eines sagen: Vampire sind out! Nachmahre rocken ;)
Däumchen hoch!!!


